Wolf-Rüdiger Guthmann

Weihnachtsgeschenke

Mit „Lieber guter Weihnachtsmann…“
denkt mancher, fängt die Weihnacht an.
Doch wenn der Alte vor uns steht,
die Rute in den Händen dreht,
weil das Gedicht nicht einwandfrei,
ist das Schlimmste schon vorbei.
 
Es beginnt schon im Sommer an der See.
Der feine Sand erinnert an den Schnee,
Schnee gehört zur weißen Winterzeit
und schon ist Weihnachten nicht mehr weit.
Während die Familie am Strand rum gegammelt,
hat Mutter Ideen und Rezepte gesammelt.
 
Sie alles in ein Büchlein schrieb,
das dann dort leider liegen blieb.
Zu Hause wurde das Buch rekonstruiert
und alles wieder neu notiert.
Rezepte für Plätzchen und Stollen,
die zum Weihnachtsfest sein sollen.
 
Ideen für Geschenke, die ungewöhnlich,
doch in jedem Fall persönlich.
Blusen, Hemden oder Krawatten
doch alle zur Genüge hatten.
Socken, Schals und Handschuhe
lagerten ungenutzt in jeder Truhe.
 
Parfüms, Seife, Deo-Roller,
unbenutzt, trieben es noch doller.
Wem nutzten Uhren für die Zeit,
wenn trotzdem fehlte Pünktlichkeit.
Was sie alle dringend brauchten,
waren Geschenke, die sie schlauchten.
Damit sie endlich überlegten
und als Familie sich bewegten.
 
Also füllte Mutter in Gedanken Fragebögen
zu Menschen, die wir lieben und mögen.
Zuerst die Enkel, dann die Kinder,
die zwar alle Nervenschinder,
und unerzogen, wie ich find,
doch uns lieb und teuer sind.
 
Dann die Eltern, die noch da,
nebst Oma und dem Opapa.
Onkel, Neffen, Nichten, Tanten,
wichtig die beerbbaren Verwandten.
Schließlich alle Freunde, die wir besessen,
und Papas Freundin nicht zu vergessen.
 
Denn mit Lust und Liebessinn
ist das unsere Nachbarin.
Sie hatte neulich erst geschwärmt,
dass sie etwas braucht, das sie wärmt.
Mama hat sich bisher nur gegrämt
und vor Vergeltung noch geschämt. 
Sie bedenkt sie nun mit 3 Zentner Kohlen,
auf der Post persönlich abzuholen.
 
Papa bekommt ein Handy dann,
damit sie ihn stets orten kann.
Fritzchen wollte Spielzeug für junge Männer
und dachte an einen Körperscanner.
Im geschenkten Buch er nun lesen kann,
was an einer Frau tatsächlich dran.
 
Opa sprach von Schnaps, „Stock 80“,
nun kriegt er den Gehstock, mit 80.
Oma wünschte, dass alles rundum warm und nett,
drum gibt’s ein neues Federbett.
 
Lieschen wünschte sich String-Tanga-Teile,
falls die Liebe sie ereile.
Damit die Dinger auch nicht zwicken,
gibt’s Wolle zum selber stricken.
 
Vom Nachbarort der Onkel Otto
kriegt nen Doppeltipp im Lotto.
Da dort die Chance größer wär,
fühlt er sich schon als Millionär.
 
Tante Berta, Onkel Ottos Frau
wähnte sich besonders schlau.
Sie sprach von Geldern und der Bank,
jetzt wird’s ein Sparschwein für den Schrank.
 
Die Enkelkinder Charleen und Maik-Paul
sind zu Hause besonders faul.
Statt Hausaufgaben zu machen,
lassen sie Computer und Videos lachen.
Wenn Maik-Paul die Geschenke - CD abspielt,
löscht ’s den Computer ganz gezielt.
Läuft Charleens DVD - Geschenk eine Runde,
spielt der Fernseher nur noch ne Stunde.
 
Für die übrige Familie nichts zu teuer war,
sie verpackte den Rest vom vergangenen Jahr.
Das größte Problem kam am Ende dann:
„Was schenken wir dem Weihnachtsmann?“
Der, der jährlich an alle denkt,
wäre sicher auch gern beschenkt.
 
Mama hat öffentlich die Stirn gerunzelt,
aber innerlich heimlich geschmunzelt.
Als alles verschnürt und gut verschlossen,
hat Mama die Adventszeit genossen.
Die andern rasten her und hin,
hatten Geschenkesuche nur im Sinn.
 
Langsam wurde allen bange,
bis Heiligabend war’s nicht lange.
Der Adventskalender wurde leicht,
das letzte Türchen war erreicht.
 
Ehe sich alle um den Inhalt stritten,
spielte Mama den sich freuenden Dritten.
Bevor sie die Familie geweckt,
war in ihrem Mund schon das 1. Konfekt.
Im Wald den Baum geklaut, dabei erwischt,
Papas Geldbörse wurde leer gefischt. 
 
Beim Aufstellen zerbrach die Leiter,
also schmückte Mutter weiter.
Helfend war sie fort gerannt,
in der Küche ist die Gans verbrannt.
 
Nach und nach die Gäste saßen,
ausgehungert sämtliche Plätzchen aßen.
Als alle dann beim Weihnachtsessen,
wurde die Mutter ganz vergessen.
Sie hatte jedem aufgetischt,
war in die Küche dann entwischt.
 
Erst als keiner abgeräumt,
hat sich mancher aufgebäumt.
Als auch der Weihnachtsmann nicht kam,
jeder sein Geschenk sich selber nahm.
Dazu kroch man untern Baum,
manch Kugel rollte durch den Raum.
 
Pappe, Schleifen, viel Papier
lagen dort und klebten hier.
Fröhlich wollten alle singen,
aber keinem wollt ’s gelingen.
Alles rief: „Mama, ein Lied!“
und stellte fest, dass nichts geschieht.
 
Es gab Wundern, Fragen, Flüche,
alles eilte in die Küche.
Doch statt der lieben Mama
lag nur noch ein Zettel da:
„Ich wünsche euch ein frohes Fest
für den schönen Weihnachtsrest.
Ich schenkte, was ich schenken kann,
jetzt schenke ich mich dem Weihnachtsmann.“
 
26.12.2012 ©  Wolf-Rüdiger Guthmann 

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