Wolf-Rüdiger Guthmann
Zwischen den Feiertagen
Zwischen den Feiertagen
gibt es nicht viel zu schreiben und zu sagen.
Selbst die pfiffigsten Poeten
können jetzt nur innig beten,
dass in der unsortierten Schicht
des Papiers noch ein Gedicht.
Ganz egal, worum es geht,
Hauptsache der Text besteht.
Nach dem fetten Gänsebraten
kann ich nur allen raten,
die der Silvesterparty wegen,
schon den Weihnachtsbaum zersägen
und die Späne mit dem Blut vermischen,
das sie von den Wunden wischen,
weil die Säge daneben flitzte
und leider einen Finger ritzte,
der jetzt dick verbunden,
in aller Eile muss gesunden,
tut was für die schlanken Linien,
dichtet über kranke Pinien.
Lasst die Finger über Tasten flitzen,
dass als Schweiß Kalorien spritzen.
Seid bitte so schlau
und haltet Jahresrückblickschau.
Habt ihr dem Partner das Leben versüßt
und Schwiegermutter stets gegrüßt?
Haben die Symbole euch Glück gebracht,
z.B. der Mann, schwarz wie die Nacht?
Oder das Schweinchen ganz in rose,
fraß es den grünen vierblättrigen Klee?
Neulich der Alte mit der Rute
entlockte uns so manches Gute.
Nicht trinken, nicht rauchen, keinen Sex,
ich meine vorerst mit der Ex.
In der Firma auf den Tisch mal schlagen,
damit die Holzwürmer leiser nagen.
Ich hab’ s gerade gemacht,
jetzt sagt das Netzwerk „Gute Nacht!“
28.12.2012 © Wolf-Rüdiger Guthmann
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