Dagmar Schiller

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann




Ich saß im Park auf einer Bank,
Mein Körper die Mittagssonne trank.
Um in der Mittagspause zu entspannen,
sitz ich oft auf der Bank neben den Tannen.

Ich sitze mit geschlossnen Augen
Um wie gesagt Sonne einzusaugen.
Nun setzt sich jemand zu mir ans andre Ende
Ich riskierte ein Auge, ganz behände.

Da saß ein Mann – schwarz wie die Nacht.
Sein Anblick in mir Gänsehaut entfacht.
Ich kann mir’s selber nicht erklären,
was sich in mir tut aufbegehren.

Ich hab den Mann noch nie gesehen
O.k. – er ist schwarz das kann geschehn.
Und trotzdem ist in mir ein Gefühl,
dass ich am liebsten aufstehen und gehen will.

Fast Angst hab ich vor dem Schwarzen Mann.
Und jetzt schaut er mich auch noch an!
Hoffentlich errät er nicht, was ich denke
Obwohl – vielleicht geht er dann auf eine der anderen Bänke?

Doch plötzlich kommt mir in den Sinn
eine Lektion, die mein Lehrer mal sagte so dahin.
Hast du einmal vor etwas Angst,
was du dir gar nicht erklären kannst.
Dann schau diesem Etwas klar ins Gesicht,
denn anders besiegst du diese Angst nicht.

So überleg ich mir, warum
Reagiere ich auf ihn so dumm?
Vielleicht hab ich in einem früheren Leben
diesem Menschen nicht genug Achtung gegeben?

Vielleicht hab ich mal mit Sklaven gehandelt,
und hab nun Angst, dass das Blatt sich wandelt?
Irgendetwas an diesem Mann
spricht mein Unterbewusstsein ganz stark an.

Während ich so in Gedanken versinke,
und von meinem mitgebrachten Wasser trinke
schau ich noch mal rüber zu dem schwarzen Mann,
und merke, jetzt schaut er mich auch an.

Meinen Körper durchzuckte es heiß und kalt.
„Dann mach ich jetzt, was mein Lehrer sagte halt.“
Ich sagte zu ihm: „Hier lässt sich’s gut sitzen.“
Drauf meinte er, seine schwarzen Augen blitzen:
„Ja, so eine Pause in der Sonne tut gut.“
Ich atme erleichtert auf, schöpfe Mut.

„Haben Sie wohl auch grad Mittagpause?“
Er fährt durch sein schwarzes Haar, das krause.
„Ja“ meint er in bayrischem Dialekt.
„Und da in der Sonne die Brotzeit halt besser schmeckt.“

Wir wechselten noch ein paar nette Worte
Bevor wir verließen diesen Orte.
Ich war sehr stolz auf mich, hab meine Angst überwunden
Diese Euphorie hielt Tage, nicht nur Stunden.
Und selbst heute, Jahre danach,
halte ich diese Erinnerung in mir wach.

Und wenn ich mal wieder Angst in mir spür
Werde ich es machen, wie in dieser Geschichte hier.
Ich werde der Angst in die Augen schaun
Und werde mich ihr auf den Grund gehen traun
.
© by D.I.Schiller, 31.07.2007




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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.12.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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