Silvia Pree

Faschingszeit

 

Ein Mann, ganz bieder, und auch brav,
geht pünktlich seiner Arbeit nach.
Korrekt und trocken, fast zu steif,
bis ihn der Fasching dann erreicht.

Schnurrbart gepickt, Perücke auf!
Im Faschingdress geht aus dem Haus.
Aus falscher Seide, bunt bemalt –
Und wie der gute Mann jetzt strahlt!

Fast erkennt man ihn nicht wieder!
Ist der nicht sonst wirklich bieder?
Singt und lacht, tanzt mit den Frauen.
Schon klar, dass da die anderen schauen!

Und auch dem Alk spricht er jetzt zu.
Trinkt einen Schwips sich an im Nu!
Zieht eine Schöne fest zu sich,
was seine Frau nicht gerne sieht.

Sie schaut nur bös und kann’s nicht glauben!
Männern kann man gar nicht trauen!
Derweil trinkt er das nächste Bier
und flirtet in James-Bond-Manier.

Greift einer in den Ausschnitt rein!
Die Ehefrau kann nur mehr schrei’n.
Was ist aus ihrem Mann geworden?
Der war doch sonst nicht so verdorben!

Sie sperrt auf dem WC sich ein.
Dort weint die gute Frau allein.
Ihr Mann erfreut sich jetzt am Leben,
als würd‘ er endlich jetzt verstehen.

Nur korrekt, das macht nicht froh!
Ein wenig Spaß braucht’s so wieso!
So lässt er mal die Sau heraus
Was er sich sonst ja auch nicht traut.

Mit Riesenrausch kommt er dann heim,
doch seine Ehefrau allein
die wartet dort mit Mordsgeschrei!
Der Faschingsnarr wird wieder klein…

Geht in die Arbeit ganz korrekt,
ist kein bisschen mehr kokett.
Tut seine Arbeit wie gewöhnt,
obwohl ihm doch der Schädel dröhnt.

Ruft ihn die Schöne einmal an,
an der er gestern nahe dran.
Würgt er den Anruf einfach ab!
Seine Frau, die haut ihn, nicht zu knapp,

wenn sie ein Wort davon erfährt…
Das hat er gestern schon gelernt.
Faschingsfeier, hin und her!
Noch einmal möcht‘ er kein so G’scher!

Vivienne

www.aus-den-tiefen-meiner-seele.com

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.01.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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