Wolf-Rüdiger Guthmann

Die Maiskolben

Als der Bauer noch Bauer war,
nahm im Frühjahr er die Schar,
pflügte und bestellte dann
nach dem alten Dreifelder-Plan.
Mal mussten es die Kartoffeln sein,
dann säte er Getreide ein.
Auch Salat und Zwiebeln ohne Sorgen,
kleine Felder, mancher Morgen.
 
Doch seit der Bauer Landwirt ist,
die Fläche nur nach Hektar misst.
Riesige Äcker man jetzt fordert,
denn große Maschinen sind geordert.
Und für Kartoffelgetreidegemüse
wird urbar gemacht manch alte Wiese.
Doch da ständig die Preise fallen
und verschleudert werden volle Hallen,
verlegt man sich auf Bio-Energie
und produziert Mais, wie bisher nie.
Chemie dabei ihre Rolle spielt
und nur auf großes Wachstum zielt.
 
 
Dabei hat niemand drauf gesehen,
was mit der Maisernte geschehen.
In Ruhe wurde sie zerkleinert
und wird im Silo jetzt verfeinert.
Ich hab bis Ende der Jagd gewartet
und bin mit Eimer dann gestartet.
Flächen, die befreit von Mais und Leben,
sind zum Stoppeln frei gegeben.
Da bei der Ernte stets etwas überquillt,  
war der Eimer schnell gefüllt.
 
Zu Hause wurden alle Kolben visiert
und nach Reifegrad sortiert.  
Mit Fäden wurde dann gebunden,
was als Vorrat ward befunden.
An der Scheune langer Wand
baumeln sie wie Baumbehang.
Die Katze muss dort nicht lange warten,
weil die Mäuse zum Mundraub starten.
Nur die Meisen mit raschem Nicken
ungestört an den Körnern picken.
 
Im Winter holt man Stück für Stück
die Kolben auf den Tisch zurück.
Mit der Maiskolbenentkernungsapparatur
nutzt man die Bauart der Natur.
Hühner, Nager, selbst der Hund
finden Maiskörner gesund.
Wenn dann Schnee den Winter lenkt,
gern jeder an den Sommer denkt.
 
Die gelben Körner, Stück für Stück,
holen die Erinnerung zurück.
Denn jedes Korn zu unserer Wonne
sieht selbst aus wie eine Sonne.
Werden sie sparsam eingeteilt,
reicht es, bis der Winter enteilt.
 
07.01.2013 ©  Wolf-Rüdiger Guthmann 

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