Heidi Schmitt-Lermann

WINTERTREIBEN





         




Jeden Nachmittag um etwa Zwei,
sind wir einstmals losgezogen.
Mit dem Schlitten sind wir drei
um viele Straßenecken gebogen.
 
Der Winterdienst hat nicht erschreckt,
wenn Schnee sich türmte auf den Seiten.
Höhlen gebaut, sich drin versteckt,
wollte uns schon Spaß bereiten.
 
In Münchens Englischen Garten,
da konnten wir am Damenstift,
das Rodeln gar nicht mehr erwarten,
wo man so viele Kinder trifft.
 
Jetzt ging’s bergrunter und bergrauf,
bis man rote Wangen hatte.
Zur Dämmerung hörten wir dann auf,
zu preschen durch die weiße Watte.
 
Am Rückweg ging`s an’s Schwäne füttern,
dort am Kleinhesseloher See.
Sie kamen schnell, sie konnten wittern,
die Kekse und das Brot im Schnee.
 
Nach Haus` die weiten Straßen lang,
den Friedensengel sah man blitzen.
Der Bruder ächzt und strengt sich an,
denn ich blieb auf dem Schlitten sitzen.


 
Der Ärmste hat mich die ganze Strecke auf dem Schlitten
heimgezogen, weil ich schon so erledigt war mit meinen
4 Jahren, lach.

  

 

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