Karl-Heinz Fricke

Vertrauen hin - Vertrauen her

 
Im Juwelierladen Waren besah
ein gutgekleidetes Ehepaar.
Ein herrlicher Ring mit Diamanten
die Beiden ganz entzückend fanden.
 
Innerlich erfreut war der Juwelier,
um echtes Interesse ging’s hier.
Nur dreitausend Euro hat er gesagt,
als der Mann nach dem Preis ihn gefragt.
 
Die Beiden nickten, der Preis gefiel,
der Juwelier wähnte sich am Ziel.
Aus einer Tasche kamen feine,
dreißig einhundert Euro-Scheine.
 
Nagelneu wurden sie präsentiert,
sie waren sogar noch bandoliert.
Juweliere sind zu allen Zeiten
misstrauisch, stets in allen Breiten.
 
Die neuen Scheine kamen ihm recht,
sie sahen gut aus und schienen echt.
Er nahm sie an sich, unsagbar froh,
verschwand damit in seinem Büro.
 
Mit der Lupe hat er sie betracht’,
und dann vor Freude still gelacht.
Die neuen Scheine, ganz wunderbar,
jeder einzelne echt davon war.
 
Mit dem Bündel Scheinen in der Hand,
kam er lächelnd wieder angerannt.
Da sprach der Kunde zum Juwelier:
"Geben Sie das Geld zurück zu mir. 
 
Auf den schönen Ring, verzichte ich,
denn vertrauenswürdig find ich’s nicht,
dass Sie uns anscheinend misstrauen,
beim Konkurrenten woll’n wir schauen !”
 
Der Juwelier zeigte Entsetzen,
fing gar versöhnlich an zu schwätzen.
Entschuldigte sich viel tausendmal,
in seinem Gesichte Pein und Qual.
 
Schliesslich lenkte das Ehepaar ein,
beendete seine Seelenpein.
Erneut lag das Geld auf dem Tresen,
als wäre vorher nichts gewesen.
 
Als die Kunden endlich gegangen,
hat der Juwelier angefangen
die Scheine zu zählen und  testen,
die er genommen von den Gästen.
 
Schweiss überzog sein Gesicht,
Echt war’n diese Scheine nicht.
 
Karl-Heinz Fricke 19.2.2013  

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