Manfred H. Freude

WINTER ENDE EHE ER BEGONNEN

Heißer Sand des Südens weht in den schwachen Winter
sofern die Winde von den Azoren tiefer fallen
Eiskalte harte Socken hängen an den gefrorenen Leinen
und schweigen in allen Färbungen und Mustern
Begehrliche Schneemänner tauen auf den Wiesen
mit Möhren zwischen den Beinen statt im Gesicht
Der schwache Winter ist fast zu Ende ehe er begonnen

Der letzte Apfel vom vergangenen Sommer hängt noch
an dürrem Astgezweig des edlen Birnenbaums
verloren und vergessen ein verträumter Herbst
selbst die letzten Vögel lassen ihn in Ruhe
nur ab und an krächzt eine Krähe ihm den Tag
vielleicht schafft er es noch den Frühling zu erleben
Der schwache Winter ist fast zu Ende ehe er begonnen

Die Felder sind wie leergefegt am Montagmorgen
Nur in den Supermärkten ist jetzt schöner Winter
und vieles ist vom letzten Jahr und Wintersachen
Reduziert wird was sich nicht mehr halten kann
auf den Regalen liegt schon neue Ware für nächsten Winter
da kann auch kommen wer da will nicht nur der Winter
Der schwache Winter ist fast zu Ende ehe er begonnen

Bäumt sich noch einmal auf mit aller Kraft und Macht
hat den großen Schrecken verloren macht keine Angst
verliert nur hier und da ein wenig von der weißen Pracht
und einige Ausfallstraßen hat er zugeschneit
und zeigt sich draußen auf dem Kahlen Asten
lässt dort etwas länger liegen seine schweren Lasten
Der schwache Winter ist fast zu Ende ehe er begonnen



Aachen, 2004-02-02





****************************** Autoreninfo ***************************
Manfred H. Freude geb. am 02.04.1948 in Aachen
Jahreszeiten, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
© 2004 MANFRED H. FREUDE

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.02.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Buch von Manfred H. Freude:

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FREUDE - Das dichterische Werk 2002 - 2006. Freude beim Lesen von Manfred H. Freude



Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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