Hans Witteborg

Autorenschwemme



Ein gutes Buch, so viel steht fest,

ist das, was niemand ruhen lässt,

der gerne stöbert und gern liest

und Literatur einfach geniesst.

Doch wie gesagt: ein gutes Buch,

doch davon gibt es nicht genug.

Vielmehr gibt´ s Bücherinflationen

´s wär besser, uns damit zu schonen!

Wenn ein Mensch, der prominent,

weil man ihn durch Skandale kennt,

glaubt, dass er dazu berufen,

ein Buch- das anderer für ihn schufen-

herausbringt ohne jede Scham:

oh, Leserschaft was bist du arm,

wenn dieses Machwerk sich verkauft.

Ein Narr, der sich das Haar nicht rauft!

Auch wären weniger Bücher da,

gäb´s nicht viel Schund aus USA.

Dort herrscht, wenn ich es recht erkenne,

eine viel gepriesene Autorenschwemme.

Sei´s , dass ein Massenmörder grad

sein erstes Buch geschrieben hat,

sei´s dass ein ergrauter Politiker

widerlegt damit die Kritiker,

sei ´s , dass ein alter Veteran

klagt er hätt` seine Zeit vertan

im Glauben an das Vaterland

und das er dies erst jetzt erkannt.

Auch jeder zweite Rechtsanwalt

erkennt mit Sicherheit sehr bald,

dass in dem Land der Möglichkeiten

den Lebensstil sich zu erstreiten

ist äusserst schwierig, wird´s auch bleiben.

Darum verlegt er sich auf´ s Schreiben.

Geschiedene Frauen, voller Frust,

empfinden schreiben nun als Lust.

Und so verbreiten sie ihr Leid

rachsüchtig, ohn`Bescheidenheit,

die hat man vorher aufgeben

im Scheidungsrausch und Dollarsegen!

Weil aber in den USA

zu wenig Interessenten da –

vielleicht weil dort nicht jedermann

alles versteht und lesen kann-

ist nun der Markt „Europa“ Ziel

und deshalb haben wir zu viel

Autoren ohne grosse Klasse,

nicht Qualität, nur einfach Masse.

Ich will´s nicht auf die Spitze treiben,

und deshalb keine Bücher schreiben!*


*Ich habe mich leider nicht daran gehalten, der Mensch ist ein Herdentier!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.02.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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