SCHÖNES LEBEN

Tiefer, tief gesehen ins eigene Gedärm
die Scheiße ward schon lange ausgetrieben,
der Magen leergepumpt und ausgekotzt.
Auf den Kopf gestellt, das Gehirn zu beiden
Ohren rausgequetscht
und auch die Augen kullern noch
am schwachen Muskel.

In leeren Händen drückt man uns
die heiße Münze: da – geh – kauf-
dir was schönes.
Kauf? wo, dir? wem, was? womit,
schönes? kann man nicht kaufen.

Tief in der Gruft liegen zugemauert
die Toten. Nicht mehr öffnen
lassen sich die elektrischen Garagentore.
Was soll nun aus uns werden, wenn
die Plastinate der Wissenschaft nicht gepflegt werden?



Aachen, 2003-11-25





****************************** Autoreninfo ***************************
Manfred Hubert Freude geb. am 02.04.1948 in Aachen
Kunst-, Musik- und Lyrik, diverse Gedichte (auch in Mundart Aachener Platt)
Zeitkritiker, Postromantiker, Stadtpoet lebt seit 1948 in Aachen.
Beruf: Kaufmann, Interessen: Kultur, Musik, Literatur, Kunst, Philosophie
Inspiration beim Schreiben/Erzählen: Das Loslassen und das Festhalten.
Wer nicht hören will muss lesen







© 2003 Manfred H. FREUDE



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Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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