Hans Witteborg

Ein tönern Erz

Sieh hin, die Einkaufsstrasse einer Stadt.

Menschen drängeln, eilen.

Stossen vorwärts- nebeneinander – reibend unhöflich sich berührend.

Aneinander, nebeneinander – nichts wahrnehmend ausser sich selbst.

Nebeneinander nicht miteinander, vorwärts drückend und überholend.

Wichtig: überholend, den Anderen hinter sich lassen.

So ist es im Strom. Nebeneinander her oder besser überholen.

Kein Blick!

Am Festplatz- wirres Durcheinander, lautes Gelächter.

Eher Schreien. Gelächter untereinander aber nicht fröhlich miteinander.

Überschwengliches Anstossen. Flüchtige Blicke. Nicht in die Augen. Unstet.

Gedrängte Berührung, keine Nähe. Alles flüchtig.

Sieh hin, ein kleines Kind, weinend. Scheins verloren.

Die Mutter nimmt es tröstend auf den Arm.

Zärtliche Blicke, das Kind ist still. Geborgenheit!

Die Menge verschluckt beide.

Ein Pärchen zärtlich aneinander geschmiegt. Liebendes Miteinander.

Auch sie verschluckt die Menge.

Einzelne Glockenschläge trägt der Wind herüber.

Einzeln, letztes Geleit.

Schwarz gekleidete Menschen schauen sich verlegen an.

Scheue Blicke, flüchtiger Händedruck.

Geneigte Köpfe streben auseinander, stumm. Jeder für sich.

Wer der Liebe nicht hat, bleibt ein tönend Erz.

Verklingt!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.04.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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