Thomas S. Lutter

Charakter Gottes (Eine Wesensanalyse)

 



Schwache, Kranke, Instabile, diese sind dem Herrn suspekt
weil er sich in schlauer Weise immerzu davor versteckt
Arme sind ihm schier ein Greuel, weil er's widerlich befind'
daß die Armen so erbärmlich unvermögend ärmlich sind

Gott ist mit den Starken, Reichen und den Schönen allzumal
ganz nach seinem eig'nen Wesen. Überirdisch ideal
Da ist nichts von Mitleid, Gnade, oder der erlösend' Not
Hoffen auf die letzte Hoffnung ist der Armen Gnadenbrot

Menschlich ist der Mensch alleine, auch wenn ihm die Seele bricht
Gott ist göttlich, das ist alles. Menschlich aber kann er nicht
Darum ist ihm all und jedes, was ihm nicht zu Diensten sei
unbedeutend, zeitgeduldigt. Kurzum; leidlich einerlei

Ja, es ist ein wahres Reden: Wer die Hände falten muß
und zum Herrn im Himmel beten, der hat schon verloren. Schluß!!
Zur Vollendung seiner Pläne da bedarf's der Starken Kraft
weil man arm und krank und ängstlich eben nichts Besond'res schafft

Niemals hat Dich Gott getröstet, wenn der Kummer Dich bezwang
Immer war's, wenn überhauptens, nur ein Mensch. Dein Leben lang
Gott ist mit sich selbst beschäftigt, weil er sich besingen läßt
Da ist nichts was schicksalsträchtig. Keine Wunder! Kein Getest!

Eben nur, wie's eben wäre, oder sein könnt', oder ist...
...Fröhlich war die Zeit des Lebens, als ich Gott noch nicht vermißt'
als ich noch im Bette ruhte und des Betens nicht gedacht'
Als noch wohlig-süßes Sehnen mich in's Land des Traums gebracht

Wer vermag sich aufzurichten, wenn er's selber nicht vermag
Wenn die Stunde eine Woche, eine Woche tausend Tag'
Möglich ist, daß Gott uns liebe. Doch die Liebe nur allein
macht vom Zuseh'n nicht gesünder. Den Verkrebsten macht's nicht rein

und den Blinden macht's nicht sehend und den Bösen macht's nicht gut
Auch den Ängslich-Depressiven schenkt's vom Zuseh'n keinen Mut
und den Krüppel macht's nicht gehend, wie den Sünder auch nicht fromm
"Guten Morgen. Gut geschlafen? Nun erheb' Dich, Herrgott,...komm' !!!"

© Thomas S. Lutter 

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