Klaus Heinzl

Das Urteil ...

Ein Angeklagter saß im Saal.
Sein Blick war leer, sein Antlitz fahl.
Bis dann der Richter schritt herein,
(als würde er auch Henker sein),
 
durchfuhr ein Zittern jenen Jungen,
(fast hatt´ er mit dem Tod gerungen).
Der Richter kannte wohl das Recht.
Trotz Weisheit wär es dennoch schlecht
 
das Urteil vorher zu verkünden,
wenngleich auch Ahnungen bestünden.
Der Staatsanwalt begann die Sitzung.
Eröffnete, trotz Überhitzung.
 
Denn, für den Jungen wurd es heiß.
„Ob niemand hier die Wahrheit weiß?
Wo ist der Zeuge, der es sah,
was einst in jener Nacht geschah?
 
Wo ist die Wahrheit, wo das Licht
am End des Tunnels...? Eher nicht!“
Der Staatsanwalt, schrie wie gewohnt
(das Schreien hat sich oft gelohnt)
 
den Jungen an, er solle nun
gestehen... so was Kluges tun.
Soll jetzt, was gut wär für wohl jeden,
gestehen und brav Klartext reden.
 
Der Junge aber konnte nicht.
Er wurde blasser im Gesicht.
Die Wahrheit wusste Gott allein,
konnt er nicht heut der Richter sein?
 
Sein Schweigen wurde falsch verstanden.
Wie alle hier letztendlich fanden...
Dann kam der Schuldspruch hart und kurz.
Ob wirklich rechtens, war wohl schnurz !
 
Die Angst und auch das lange Schweigen,
es sollte hier vermeintlich zeigen,
dass Recht nicht immer rechtens ist...
nur weil du ohne Zeugen bist...
 
Nach achtzehn Jahren kam er raus.
Aus jenem Gitterirrenhaus.
Erst dann hat man wohl auch erkannt,
man hätte sich im Recht verrannt...
 
Die Zeit, sie wurde ihm gestohlen...
und keiner würd sie ihm noch holen.
Der Richter lebte auch nicht mehr.
Die Akte voll... die Seele leer.
 
Ein junger Mensch, nun ist er alt.
Die Zukunft gab ihm keinen Halt.
Er starb sehr früh... das Leben war
für ihn nicht schön... ... nur sonderbar.
 
Was zeigt uns dieses Werk am Schluss?
Ein Richter sein ist nie ein Muss...
Ich will schon deshalb keiner sein!
Denn richten kann nur Gott allein !!!
 
 
© kh. 28.07.2013
 
 
 
 
 
 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.07.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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