Wally Schmidt

Es war der Horror persönlich

Es war der Horror persönlich

 

Was ich erzähl',wird niemand glauben,

und manchem auch den Atem rauben,

doch leider ist das Ganze wahr,

es war ungefähr so vor drei Jahr'.

Es können Leute hier bestätigen,

ich wollte nur den Einkauf tätigen,

und trat gerad' aus unser'm Haus,

aus dem Gartentörchen raus.

Konnt' niemand auf der Strasse sehen,

der „Dorfmensch“ war sehr laut am mähen.

Ich schaute auf die and're Seite nur,

und rufe ihm nur noch bonjour,

als ein Rad ich vor den Augen sah,

das gross und dick und schrecklich nah.

Es waren keine Zentimeter Platz,

das Rad für's Auto als Ersatz.

Es schien mir wie von einem Laster,

und ich schlug rückwärts auf das Pflaster.

Ich konnte nur noch eben sehen

auf meinen Beinen das Auto stehen.

Ich schrie laut so wie ein Tier,

das Dorf, es war im Nu bei mir.

Der Rover fuhr von meinen Beinen,

ich lag, wie tot, auf Pflastersteinen.

Mein Schreien wollte gar nicht enden,

bis man mich fasste bei den Händen,

und redete fest auf mich ein,

dann hört' ich endlich auf zu schrein.

 

Ich konnte wieder was versteh'n,

mit Vorsicht auf die Beine seh'n,

ob sie noch an dem Körper dran,

danach dann alles schnell begann.

Mit viel Hilfe konnt' ich gehen,

vor lauter Zittern kaum noch stehen.

Das halbe Dorf war plötzlich da,

die Menschlichkeit, sie ging mir nah.

 

Der Alte der mich überfahren,

fuhr schon fast mit neunzig Jahren

im Rückwärtsgang die Strasse rauf,

und sah mich nicht, passte nicht auf.

Bei uns geht’s um die Kurve rum,

er nahm mich nicht wahr und fuhr mich um.

Der Mäher, der war auch sehr laut.

Weil ich zu diesem hingeschaut,

hatt' ich das Auto nicht geseh'n,

und so war das Unglück dann gescheh'n.

 

Es war der zweite Unfall für den Alten,

doch den Führerschein durft' er behalten.

Ich kam dann in das Krankenhaus,

der Arzt guckt nur und lacht mich aus.

Er dachte, dass ich da was spinne,

als ich zu erzählen dort beginne,

dass ein Rover auf den Beinen stand,

er zweifelte an dem Verstand.

Doch der war wirklich noch in Takt,

doch sonst war ich total beknackt.

 

Doch ein Wunder war gescheh'n,

ich konnte mit zwei Krücken geh'n.

Die Beine waren nicht gebrochen,

der Schreck sass tief in meinen Knochen.

Das Auto seh' ich jeden Tag,

werd' nicht vergessen diesen Schlag.

Ich spring zur Seite, wenn es kommt,

Erinnerungen kommen prompt.

Wenn ich ihn seh' an seinem Steuer,

dann ist der Kerl mir nicht geheuer!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.08.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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