Wally Schmidt

Die grosse Enttäuschung

 

 

Es waren mal drei alte Knaben,

die hatten, was wir alle haben,

Hunger auf ein leck'res Essen,

und waren darauf ganz versessen.

Sie hatten einen dicken Bauch,

und viele Haare fehlten auch.

Doch der Spaziergang dort am Fluss,

war für sie ein Hochgenuss.

Und stellte sich der Hunger ein,

marschierten sie zum Gasthof rein.

 

Die Frau Wirtin fest und prall,

erfüllte ihre Wünsche all.

Die Drei, sie fühlten sich hier wohl,

bestellten sich mit rotem Kohl

'ne Ente, knusprig braun gebraten.

Und dann, ich denk ihr könnt es raten,

ein Fläschchen Wein vom Allerbesten,

sie mochten ihn, ganz ohne testen.

Und weil das Essen fett und schwer,

musste noch ein Fläschchen her.

Ach, sie fühlten ihre Kräfte,

und im Körper rannen Säfte.

Das war genau wie Opium,

und sie stampften wild im Kreis herum.

 

Doch plötzlich ging die Türe auf,

das Schicksal, das nahm seinen Lauf.

Es kamen Damen noch sehr jung,

und brachten in die Bude Schwung.

Doch wie das manches Mal so geht,

es ist im Leben nie zu spät,

es machten sich die Alten ran,

und ein Techtelmechtel das begann.

Man sagt, die Ollen nichts mehr taugen,

doch Feuer sprühte aus den Augen.

Es war ein wunderbares Klima,

die Sechs verstanden sich ganz prima.

Doch nach zwei neuen Fläschchen Wein,

da schliefen sie fast alle ein.

Sie konnten nicht mehr grade geh'n,

und auch nicht mehr so richtig steh'n.

Und weil sie all total besoffen,

blieb eine Möglichkeit nur offen.

 

Frau Wirtin bot ein Zimmer an,

für jede Frau mit einem Mann.

Sie fanden das auch wirklich schicklich,

und fühlten sich dabei auch glücklich.

Sie waren zwar schon abgeschlafft,

als sie es endlich dann geschafft,

sich ins Bettchen reinzuhieven.

Denkt nur nicht, dass die Alten schliefen.

Sie hatten wieder neue Kräfte,

und spürten ihre alten Säfte,

die sie lang' schon nicht mehr kannten,

die Alten jetzt vor Eifer brannten.

Und ohne sich erst zu genieren,

wollten sie es nochmal ausprobieren.

Doch wie sollte das denn geh'n,

das Superding blieb nicht mehr steh'n,

es kippte immer wieder um,

oweia, das war wirklich dumm.

Die Damen sagten unter Lachen:

Ach Alter da kann'st nix mehr machen,

das kommt nicht von dem vielen Wein,

das wird immer jetzt so sein.

Du musst einfach drüber lachen,

und eben and're Hobbys machen.“

Das sah'n die Knaben dann auch ein,

und rutschten in den Schlaf hinein.

 

Also muss man mal versteh'n,

nichts kann im Leben immer geh'n,

alles hat so seine Zeit,

nichts ist für die Ewigkeit.

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.09.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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