Irene Beddies

Der Wicht




Der Wicht

Ich wollt‘ im Wald mir Pilze suchen,
da hörte ich es leise fluchen:
„Verdammt, wo ist mein Reittier hin,
es weiß doch, dass ich hilflos bin.“
Ich sah mich um, konnt‘ nichts erkennen.
Dann sah ich eine Spitzmaus rennen.

„Halt an, halt ein,
mein Tierchen fein,
du musst doch mir zu Diensten sein!“

Ich streckte meine Hand schnell aus
und fing tatsächlich ein die Maus.
Sie biss mich in den Zeigefinger –
verflixt sind solche Mäusedinger! –
doch ich hielt fest und suchte stumm,
wer hier ohn‘ Pferdchen stand herum.

„Gib her, gib drein
das Reittier mein,
es darf nur mir zu Diensten sein!“

Ich sah genau ins gelbe Laub,
suchte nach einer Spur im Staub.
Wo’s Stimmchen herkam, fand ich nicht.
Da! Plötzlich sah ich einen Wicht,
soo klein –bekleidet nur mit Halm und Blatt.
Wo er wohl seine Heimstatt hatt‘?

„Was ficht dich an,
du kleiner Mann,
sag mir, womit ich helfen kann!“

Der Wicht schaut‘ hoch und blieb ganz stumm,
dann drehte er sich mürrisch um.
Ich ließ die Spitzmaus wieder frei.
„Komm, komm, mein Liebchen, schnell herbei!“
So rief er, sprang auf ihren Rücken
und war entschwunden meinen Blicken.

„He, kleiner Mann,
so sag mir an,
wo ich den Dank mir holen kann?“



© I. Beddies


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.09.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

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