Okan Canbaz

Die Dichtung

In einem Alter von blindem Schweigen,
Inmichkehren und unauffällige Suche,
nahte mir die Poesie plötzlich.

Ich wußte nicht genau woher sie kam,
unterm Gewand der Schönheit oder Hässlichkeit,
noch mit wem oder wie.
Stimmen befüllten mich nicht,
da waren weder Wort noch Schweigen,
von der blauen Wüste her rief sie mich,
von dunklen Sonnen und Strassenfülle,
unerwartet im geschlossenen Raum,
zwischen Schüler und Lehrer
oder allein auf dem Heimweg,
sie war allgegenwärtig, immer dort,
ohne Gesicht und Hände doch
sie küsste und berührte mich.

Ich wußte noch weniger, was zu sagen,
meine Zunge wußte nichts zu benennen
und in meiner Brust ging ein Donnern umher.
Ich brach auf meine Brust und
ließ sie entfalten, die Schwingen,
ließ mich erheben über alles Irdische und
sah die Flüsse singen, auf den Dächern der Wälder
sah ich all die Farben, die mir sonst fremd blieben,
von Blumenflor und Menschengestalt.

Das Schweigen gefiel mir immer mehr,
so wurde die Ferne mir nah und
brach es wieder mit einem Wort.
Ich entkleidete das erste Mal meine Seele
und das stürmische Gewand schmückte das Papier
und es passte gleich, war schön und schmerzhaft zugleich,
ich öffnete Herzen und Augen wandten sich ab,
leerte schmerzende Becher und füllte Wunden mit Salz.

Ach, du Fluss meiner starren Winter,
du Herbst meines vollkommen Sommers,
viel weiß ich nicht über dich aber ich weiß,
vieles schaffte ich nicht ohne dich.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.11.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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