Heidi Schmitt-Lermann

DER NIKOLAUS KOMMT!



http://www.tier-zauberland.de/derweihnachtsmann.jpg



Mit schwerem Schritt geht’s durch den Wald.
Der Weihnachtsklaus ist unterwegs.
So merken auch die Kinder bald.
Bald gibt es Äpfel, Nüsse, Keks.
 
Er stapft heran im warmen Kleid.
Die Bischofstracht war heut zu kalt.
Für eisig Wege, die verschneit
und schließlich ist der Herr doch alt.
 
Er bringt auch heut‘ schon kleine Gaben,
für Kinder, die doch immer lieb.
Die können sich an Gutis laben.
Für and’re nur die Rute blieb.
 
So läuft er heute weite Strecken,
an manchem bellend Hund vorbei.
Tut auch selbst ein bisschen schlecken,
am Schnäppschen, ja er ist so frei.
 
Wo kämen wir denn da noch hin?
Wenn Nikolaus sich bitten lässt.
Im Sack die guten Sachen drin.
Auch er will doch ein bisschen Fest!!
 

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Rapunzel in Puppengesprächen, Adoptivkinder auf Zeitreisen, Fragebögen, Bekundungen am Bauch der Sonne. Rätsel und Anspielungen, die uns, an Hand scheinbar vertrauter Muster, in die Irre führen. Florian Seidel hält seine Gedichte in der Balance zwischen Verschweigen und Benennen, zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Jeden Augenblick könnte alles aus dem Gleichgewicht geraten, uns mitreißen, uns enden lassen in einem Augenblick der Verwirrung. Die in dem Gedichtband „Ein Tiger schleicht durchs Puppenhaus“ versammelten Texte schildern Suchbewegungen. Glückspiraten, Tiger, Jäger und andere Unbehauste in jenen Momenten, da die Realität Schlupflöcher bekommt und wir uns selbst im Spiegel sehen. Ein ungewöhnlich großes Sprachgefühl und vor allem die Bildhaftigkeit machen die Qualität dieser Lyrik aus.

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