Lena-Marie Kern

Das Leben

Hab alles,
was will ich mehr?
Bin unersättlich.
Bin das Meer,
das raue Meer,
das gegen Klippen peitscht.
Spitze, harte, unüberwindbare Klippen.
Schaue ständig, Richtung Land,
zum Sand.
Doch hinter mir,
bin ich alles, bin ich Meer,
was will ich mehr?
Manchmal denk ich, warum zieh ich da beim Sand, denn keine Wand,
geh zurück in mein Meer, weil dort bin ich so viel mehr.
 
Was will ich mit dem ganzen Sand, an meinem Rand,
der durch mich rieselt, den ich nicht halten kann.
Ich bin das Meer, doch manchmal fühle ich mich leer,
bin unersättlich und will mehr.
Wer bin ich, wo kam ich her?
Doch kann ich mich besinnen,
tief in mir drinnen ist so viel mehr,
ich bin groß und tief,
ich bin das Leben.
 
Wer das nicht sieht, dem kann ich nichts geben.
Ich bin das Meer, bin mehr, bin genug.
Welle für Welle, bin ich Lebensraum,
nicht im Traum.
Bin jetzt hier und da,
bin nicht allein, denn in mir drin,
ist so viel Sein, mein größter Gewinn.
Darum weiß ich in mir drin,
dass ich stärker als die spitzen, unüberwindbaren Klippen bin,
dass ich kein Sandkorn fassen muss,
denn ich weiß ich bin mehr,
ich brauche keinen Überfluss.
Ich bin das große, blaue Meer.
Was muss ich beweisen, dem Land und dem Himmel,
wir sind alle Lebensraum,
wir sind alle mehr,
doch ich bin das Meer.
Doch weiß ich nicht woher,
aber ich weiß,
ich bin das Meer,
Ich bin das Leben, kann so viel geben.
Kann Träume erschaffen, kann Hindernis sein,
Mich zu erfassen ist so schwer.
Ich bin groß, tief, weit.
Ich bin das Meer.
 
 
Bin schön,
warum will ich schöner sein?
Bin unvollkommen.
Bin der Himmel,
bin der graue Himmel,
nur der Mantel der einzigartigen Erde und das Spiegelbild des mächtigen Meeres.
Schaue ständig Richtung Erde und Meer,
fühle mich dann hässlich und leer.
Doch hinter mir ist Sonnenschein und auf mir ein weißes leichtes Wolkenkleid.
Warum will ich vollkommen sein,
ich bin alles, ich bin der Himmel.
Manchmal denk ich, was blick ich nach unten,
das kostet unzählige Stunden.
 
Warum vergleiche ich mich mit der Erde und dem Meer,
strebe nach Vollkommenheit und fühle mich leer.
Ich weiß ich bin mehr, zwar nicht das Meer,
aber Ich bin der Himmel.
Wer bin ich, wo kam ich her?
Doch kann ich mich besinnen.
Ich bin hoch oben und weit,
Sonne, Mond und Sterne scheinen durch mich,
in ihrer ganzen Erhabenheit,
Ich bin der Himmel,
In meiner Weite ist so viel mehr,
Ich bin weit und tief.
Ich bin das Leben.
 
Wer das nicht sieht, dem kann ich nichts geben,
Ich bin der Himmel, ich bin das Leben.
Windzug um Windzug, bin ich Lebensraum,
nicht im Traum.
Bin jetzt hier und da,
bin nicht allein,
denn um mich rum und in mir drin,
ist so viel Schein und Sein,
mein größter Gewinn.
Darum weiß ich in mir drin, dass ich nicht schöner sein muss,
als die kräftige, grünleuchtende Erde und dass ich nicht nur das Spiegelbild des blauen Meeres bin.
In mir weiß ich, dass die Erde und das Meer nur durch mich leuchten.
Ich bin unvollkommen, vollkommen und wenn ich schöner wäre, wäre alles schöner.
Ich bin der Himmel, ich bin schon alles, ich bin genug.
Ich bin der wunderschöne, unvollkommene vollkommene Himmel,
ich muss der Erde und dem Meer nichts beweisen,
denn wir sind alle schön,
doch ich bin es, dem sie die Schönheit zu verdanken haben.
Ich bin der Himmel,
durch den das Leben scheint.
Mich zu erfassen ist so schwer,
ich bin weit und tief,
ich bin der farbenfrohe Himmel,
der sich wie ein Mantel um die Welt gelegt hat.
Ich bin der Himmel,
ich bin unvollkommen, vollkommen wie das Leben.
Ich bin das Leben.
 
Bin so,
warum will ich anders sein?
Ich bin anders.
Ich bin die Erde,
Die braune Erde,
die nicht flüssig ist, die nicht schwebt, sondern hart auf dem Boden klebt, die nicht blau ist, sondern braun.
Schaue ständig auf das funkelnde Himmelzelt, und das glänzende blaue Meer und tue mich mit meiner langweiligen Farbe und Undurchdringbarkeit schwer.
Bin nicht so sanft und leicht, ich bin ganz anders und allein.
Doch auf mir wächst ein grünes Kleid aus Pflanzen,
ich bin die Wüste, der Dschungel, das Gebirge und der Strand.
Ich bin nicht blau. Ich bin anders, ich bin bunt.
Warum will ich anders sein?
Ich bin die Erde, ich bin so viel, ich bin mehr,
zwar nicht das Meer und der Himmel,
doch ich bin alles,
Ich bin die Erde.
Manchmal denk ich, warum will ich anders sein, wenn ich anders bin.
Das macht doch keinen Sinn.
 
Warum will ich anders sein, wenn ich Einzigartig bin, nur weil ich niemandem Gleiche?
Ich bin die Erde und tue mich damit schwer, fühle mich leer.
Wer bin ich, wo kam ich her?
Doch kann ich mich besinnen,
ganz tief in mir drinnen,
ich bin andersartig, tief, weit und hart.
Ich bin so viel mehr,
das macht es schwer, mich zu erfassen,
doch würde ich niemandem raten es zu lassen,
denn mich zu ergründen,
bedeutet die Vielschichtigkeit des Lebens zu entdecken.
Ich bin andersartig.
Ich bin das Leben.
 
Wer das nicht sieht, der hat das Leben auf mir nicht verdient.
 Ich bin die Erde, ich bin andersartig und vielseitig,
Sandkorn um Sandkorn, bin ich Lebensraum,
nicht im Traum,
bin jetzt hier und da,
bin nicht allein durch mein anders sein,
denn um mich rum und in mir drin,
steckt so viel Lebenssinn,
und das ist mein größter Gewinn.
Darum weiß ich in mir drin, dass ich bin, wie ich bin und nicht anders sein muss, weil ich anders bin.
Ich muss nicht blau sein, ich leuchte grün und ich bin fest, ich bin Sandkorn oder Gestein, es gibt keine Regel für mein Dasein.
Ich bin die Erde, ich bin alles, ich bin anders.
Ich bin die vielschichtige, andersartige Erde,
muss Himmel und Meer nichts beweisen,
muss ihnen nicht gleichen,
denn wir sind alle anders,
wir sind das Leben.
 
Ich bin die andersartige Erde,
mich zu erfassen ist so schwer,
aber das ist es wert.
Ich bin das Leben.
Kein Leben gleicht dem Anderem und das ist nicht Erstrebenswert, das eigene Leben ist lebenswert.
Ich bin die Erde.
 

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