LEBEN OHNE ENNDE

Wie das Leben kam so schnell herbei
aus dem großen Rachen ausgespieen
an einem Freitag kurz vor Wochenende
am frühen Morgen so um acht da ist das Leben
früh erwacht am frühen morgen schon der Schrei
und wieder war ein Mensch dabei


Wie schreit der Mensch so lärmend und weh
noch nicht begreifend noch nicht sehend
und jammert die Umwelt zu vertreiben
und gleichzeitig bittend doch zu bleiben
seht her schaut mich an bin da und bleibe hier
solange man mich leben lässt auf dieser Welt



Diese elende Welt so drückend wie sie zerstört
zerbrochen sind die Mauern und die Wände
in den Ruinen muss ich leben hier im Mangel
Es fehlt hier und dort an diesem mageren Ort
hab ich mir ausgesucht die Zeit den Ort
hätte ich ein Schiff aufs Meer wäre ich schon fort


So bleib ich hier bei euch und mach das beste draus
wir werden es schon zeigen denen und auch andern
was sollen wir schon so treiben Tag um Tag
die schöne Jugend erst mal durchzubringen
mit lachen tanzen grölend singen
so vor uns hin den Tag um Tag


Die Jugendzeit die schönste Zeit wie ich derzeit sehe
was doch den ganzen Tag so vor uns liefen lauter Rehe
in der Welt die vor der Tür für uns so friedlich lag
da trieben wir es gar zu bunt wie es so unsereiner mag
wild und frech und laut und plötzlich war getraut
Was hat es da so schnell den ganzen Tag versaut



Durchs Leben treten mit flottem Fuß nur geradeaus
und immer weiter und auf die Leiter die führt
hinauf den Weg bergauf wie geht’s hier weiter
Ein Blick genügt nach rechts und links die Blätter
fallen und auch das reife Obst und mal verdorbene Äpfel sind dabei
und Kirchen überreif damit sich Spatzen tummeln und zanken


Gleich und wieder fehlts wohl in den Taschen
so kann es auch nicht weitergehen das haben wir doch so nicht gewollt
wir wollten auch schon eine andere Linie einen neuen Weg
doch musste es anders kommen das ist die Neue Zeit
Die macht sich riesenbreit und kann es auch nicht ändern
wir wissen jetzt wie es geht und sind doch nicht gefragt


So nehmen wir das Leben wie es ist und sich uns gibt
und zeigt und reißen wir uns um jeden Krumen
der uns so vor die Füße wird geworfen hin
Ach hätten wir wie Andere schon längst das Land verlassen
die früher hier im Land als ob zuviel Deutsche bei sich zuhause
und unsereins ders leisten kann der zog selbst schon aus


Doch lockt uns schon das Mittelmeer die Temperatur
und auch das lockre Leben fein am Strand den lieben Tag
des morgens mit der Sonne auf und Abends mit der Sonne
schlafen gehen und noch etwas in den Himmel blicken
und denken wie es doch daheim im kalten Deutschland
ist so bitter das es im Halse stecken bleibt so unverdaut



So werden wir den Abend dort verbringen mit weißem Haar
und reden von fernem Daheim und wie es dort einmal war
und kann erzählen mehr und mehr so nach der zweiten Flasche
Die Welt sie bleibt doch wie sie ist und letztlich bleibt die Asche
nichts ändert sich nicht hier und dort es bleibt was immer war
vielleicht fährst du auch zurück ob dieses oder nächstes Jahr


Und redest von dem fernen Land wo alles anders ist
wo man wenn früh der Tag beginnt gemütlich etwas liegen bleibt
und später wenn der Abend kommt die süße Zeit genießt
ein warmer Wind ein milder Hauch den spürst du auch
er fährt dir übers feine Haar und du nur schaust auf : hinaus
wenn gerade noch in letztem Licht die Sonne sinkt ins Meer


Aachen, 2004-03-15



****************************** Autoreninfo ***************************
Manfred H. Freude geb. am 02.04.1948 in Aachen

Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle



© 2004 MANFRED H. FREUDE





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