Fred Schmidt

Nachdenken hinter Gittern



Da  war ich plötzlich festgesetzt,
in meiner Freiheit eingeschränkt,
stand vor verschlossenem Tor
und fühlte mich dadurch gekränkt,
zumal ich doch innen stand davor.
In meinem Stolz ich  war verletzt,
ich wollt' doch raus, wollte nicht rein,
wollte die Müllkippe doch verlassen.
Der Grünverschnitt war abgeladen,
ich wollt' mit meinem Hänger heim.
Das Tor war zu, 's war nicht zu fassen.
Da stand ich jetzt und hatt' den Schaden.
Obwohl es noch nicht Mittag war,
waren die Angestellten auf und davon
und mir wurde augenblicklich klar,
ich müsst' zwei ganze Stunden harren,
müsst' schmoren in der prallen Sonn',
bis zurück sie kämen, diese Narren,
mit vollem Bauch und ausgeruht.
Wie langsam doch die Zeit vergeht
voll Schweiss unter der Sonne Glut
und wenn kein kühles Lüftchen weht !
Ins Gras legt' ich mich fluchend hin,
und grübelte über des Lebens Sinn.
Sollte ich denn nicht glücklich sein,
weil man mich erlöst' von Alltagshetze,
zwei Stunden  Ruhe einmal ganz allein,
Ruhe von jeglichem Geschwätze.
So ordnete ich Gedanken hinter Gittern,
Einsperrung konnt' mich nicht mehr verbittern.
Um zwei liess man mich wieder raus:
geläutert fuhr ich gleich nach Haus.
Standpauke von meiner Frau, 'ne ganze Latte,
weil ich mein Handy zu Haus gelassen hatte.
« Mit Handy wär's ja auch passiert,
doch wenigstens hätt'st du mich informiert. »

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.06.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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