Mike Arnold

Des Skalden letzter Wunsch



Nun lieg ich nun im tiefen Grunde und träum von weiten Feldern. Von Wald und Hain im Sonnenschein. Ich wünscht , oh Freund, dass ihr wohl singt vom tiefen Tal.
Als Kind ich fand das Herz und sang. Die Stimme ward Gefährte mir. Ich sprang und lachte, stolpernd lief. Bis Bragi fand den Mensch in mir und seiner Stärke hold, gab er der Stimme neuen Klang. Nie erträumt und doch wahr, lief ich dem Hirsch davon. Der Wind ward nun , als stummer Freund in meinem hellen Haar. So sah ich Midgards ganze Pracht. Das Leuchten, Freund, in Kinderaugen, der Stimme zugetan. Dort sang ich manches Lied, vom Schönen, Guten und von der Liebe starker Kraft. Rastlos treibend, eilte ich von Ort zu Ort. Den Berg mit stolzen Klüften sah ich dort, wo keiner jemals war. Oh Freund, des Meeres stummer Zwang, dem Felse Stück um Stück, das Mark zu brechen, gab ich der Töne tiefer Kraft. In Waldes grünem Schein, wo Licht sich bricht in hohen Tannen, da sah ich Schönheit nur. In Winters Nacht, sang ich mit der tanzend Pracht, die von des Himmel weitem Raum dem Menschen Sterblichkeit nun lacht. Wirbelnd, strahlend, der Tanz von Lieblichkeit erfüllt.
So ward ich fern dem Hause und weit der Weg, sah ich die Wiege nimmer mehr.

Am Horizont da kamen Wolken und Krieg ward kund getan. Zu kämpfen hier mit anderen, seit an seit. Das Lied der Jugend längst vorbei und tobend Lärm mich taub fast macht. Das Klingen schwerer Schwerter auf Fleisch und Schild. Versengend Glut ward in der Stimm, wo einst das Leichte mir gefiel. Tosend, brausend lief das Heer durch meiner Kraft dem Untergang entgegen. Der Kampf ward lang und dann vorbei. Die Axt, mit Scharten reicht beschenkt, liegt neben mir im Grase. Leer der Blick und still das Land, nach Tod und Blut die Luft jetzt schmeckt. Ich wünscht , Oh Freund, du würdest singen von dem Tale Grund, wo einst ich lief mit Hirsch und Bär. Wo Kinderaugen fröhlich glänzten, wenn Bragi sang durch mich. Hier liegt mein Leib auf Midgards Erden. Der Mund, der singend ward, nun mit des Todes Siegel fest verschlossen. Ich wünscht , Oh Freund, du würdest singen, mit hellem Klang und Freud, vom Leben dort wo Dunkles ist

Und ich mit dir in Zweisamkeit.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.03.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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