Patrick Rabe

Geburt der Aphrodite

So war die Tat getan.
Der erste Frevel war begangen
und aus des Himmels Wunde
fiel Regen auf die Erde:
Blut und Samen,
und ungeheure Kräfte zeugte diese Saat:

Erynnien, Rachegöttinnen, klagten drohend an,
Furien erhoben sich in Wut und Raserei,
doch Eumeniden mahnten zur Versöhnung.
Und von der Kraft all dieser Wesen nun geweckt,
kam sie, die eine, die die Welt ersehnte:

Ein Lichtstrahl aus des Meeres Tiefe
brach durch den Schaum auf kleinen Wellen
und wurde lächelnd
Aphrodite.
Halb träumend noch und spielerisch
verstrahlt sie Lust an sich und an der Welt -
die Liebesgöttin ist geboren...
 
(c) by Patrick Rabe, 1998.

Dieses Gedicht war Teil eines Stückes über den griechischen Schöpfungsmythos, das 1998 uraufgeführt wurde. Der Titan Kronos entmannt hier seinen Vater Uranos (den Himmel), aus dessen Blut und Samen entstehen mehrere Wesen. Was ich zum Abfassungszeitpunkt nicht wusste: Furien und Eumeniden sind nur andere Namen für die Erynnien. Ich denke aber, dieser kleine Fehler schmälert die Wirkung des Gedichtes nicht. Man findet das Stück im Internet unter folgendem Link:
http://www.andreas-leuze.de/beispiele.html. Etwas runterscrollen auf der angegebenen Seite; da befindet sich das ganze Stück!
 

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