Marika Thommen

Sack voll Leben


 
 
Genieße das Leben.
 
Schöne Worte...... ?
 
Mir gefallen sie nicht.
 
Wie ein übergroßer schwerer Sack
Mehl fällt "das Leben"
auf mich herunter.
Fest verschnürt, aber aufgeplatzt,
riesig und schwer.
 
Ich möchte ihn aufheben,
vergebens.
Ich bekomme ihn nicht zu fassen,
der Sack ist rau,
ich strenge mich an.
 
Der Sack ist widerspenstig,
hartnäckig,
ich schwitze,
meine Hände bluten und schmerzen.
 
Ich schaffe es nicht den Sack auf die Beine zu stellen....
 
Langsam, aber stetig quillt das Mehl aus dem Sack heraus.
Wie Eiter aus einer Wunde.....
 
Will die Wunde stillen.
Ich spüre das Mehl unter meinen Füssen,
will den Sack mit aller Macht aufstellen.
Verliere den Überblick.
Schreie vor Hilflosigkeit.
Keine Hilfe naht...
Höre Schreie anderer.
 
Habe mir zuviel vorgenommen,
ich stürze.
 
Das Mehl haftet an mir,
überall,
schaffe es aufzustehen,
stehe bis zu den Knien im Mehl.
 
Der Sack leert sich unaufhaltsam,
möchte mich endlich meinem Ziel nähern,
den Sack aufstellen.
Es ist doch nur ein Sack...
Meine Kräfte schwinden, zuviel Zeit hab ich investiert und nichts erreicht...
Meine Kräfte verlassen mich, fühle mich alt,
schwach, sehr schwach....
 
Ich muss gehen,
die Zeit ist um,
ich gehe mit Schmerzen.
Den Sack unterm Herzen,
er ist noch immer schwer
jedoch leer.
 
Ich schaue mich um,
sehe das Mehl,
verstreut, breitgetreten,schmutzig.....
 
Presse den leeren Sack an meinen Körper,
spüre noch immer seine Härte...
Er ist so verdammt rau.
Tränen laufen aus meinen müden Augen über mein Gesicht,
hinterlassen Spuren.
Tropfen ins Leere.
Keiner sieht es....
Keiner will es sehen, jeder kämpft.
Gehe kraftlos, gebeugt, willenlos
ich habe verloren...
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.07.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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