Irene Beddies
Schlafgenosse
Schlafgenosse
Ich teile meine Nacht mit einem lieben Schatz,
der mich zuerst verleitet hat zu wilder Hatz.
Jetzt sitzt er auf der Deckenlampe – braungemustert –,
er breitet keck sich seine hübschen Flügel aus,
er fühlt sich Sieger, lacht mich sicher aus.
Ich lass ihn ruhig dort in luft’ger Höhe –
es wäre dumm, wenn ich jetzt schreckhaft flöhe.
Er wird zu mir ins Bett im Dunkeln eh nicht kommen.
Ich lausche lange, doch er rührt sich nicht,
er fliegt wohl morgens fort ins erste Dämmerlicht.
Die Fenster einen Spalt breit steh’n ihm offen,
das wird ihm Freiheit geben, ist zu hoffen.
Ich will jetzt schlafen ohne Sorg‘ vor Kitzelei im Traum.
„Gut‘ Nacht, mein lieber, stiller Schlafgefährte,
nichts gibt’s, was dir den Weg zurück versperrte.“
© I. Beddies
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.07.2014.
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