Mike Arnold

Weizenfeld

So stehen sie da in langen Reihen, Halm an Halm
Des Sommers Hitze sie umflirrt
Der Kuss des warmen Windes sie bewegt
Die Wellen schlagen hinfort sich über Horizont und Wald
Ein jubilieren in der Luft, als ob das Leben neu erwacht
Das Summen , brummen es umrahmt
Dies Singen ist´s das mich verführt

Das Auge schweift der Weite
Ein einsam Baum die Hände reckt zum tiefen Himmelsblau
Stark er steht im dunklen Grunde
Als ob er Wächter wär der Reihen die hier zu Füßen liegen mir
Im Schatten ich erquicke mich
Ruh mich aus an deiner Borke
Frieden mich erfüllt

Die Sonne spendet Licht und Wärme zu wachsen und zu blühen
Sie recken sich und strecken sich dem Gleißen wohl entgegen
Die Luft erfüllt vom Duft des Keimens
Tief ins Herz ich zieh die Lust
Hier bin ich eins mit Kreatur und Halm
Bin ich die Reihen , Blatt um Blatt
So ist es mir, als ob ich hier mein Streben finde
Ich wiege mich im Takt des Ganzen
Bin einsam ich nicht mehr
Denn tausend Freunde stehen zur Seite mir
Ob einzeln oder als des Ganzen
Die Einheit zwischen Fremden ist Freundschaft wohl und Liebe auch

Über mir da kreisen Sperber
Meister der Gefilden das Wind sein eigen nennt
Spähen, suchen nach dem Mahl
Ein kurzer Schrei ein Stürzen, huschend nur dem Blitze gleich
Dann blähen sich die Schwingen, streben auf mit Beute unter sich
Im Dreck da kriecht es, wispert, lebt
Der kleinen Körper sind es viele
Doch stören sie die Gleichheit nicht
Sind Teil der Einheit , wie die Halme und der Sonne Glanz

Möchte ich verweilen in dem Bild
Der Sommer nimmt sich mir beim Wort
Das Weizenfeld ich nehm mir mit als Unterpfand
Wappne mich und labe meine Seele an dem Hain
Morgen Freund da komm ich wieder
Werd Teil ich sein von dir fortan
Bis des Herbstes Kälte deine Zeit begrenzt
Dann wirst du Brot und Mehl
Zum Lebensspender wohl
Doch jetzt da tanze in der Sonne und mit dir oh Felde, tanze ich

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.03.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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