Hans-Juergen Ketteler

Warum ich meine Sekretärin gefeuert habe


Mein fünfzigster Geburtstag dieses Jahr
ne einzige Katastrophe war .
Ich träumte in den Tag hinein
und dacht`, mein Ehrentag wird fein.

Ich freute mich schon auf das Frühstück
mit Ehefrau und Kinderglück.

Doch nichts davon, es war fatal.
Ich war stinksauer allemal.

Kein Glückwunsch wurde ausgesprochen.
Was hatte ich denn nur verbrochen?
Vielmehr, ich wurde ignoriert.
Das hat mich alles sehr berührt.

Bedröppelt kam ich ins Büro
und machte frisch mich auf dem Klo.
Meine Sekretärin, Ute Voss,
die sagte:"Lieben Glückwunsch,Boss."

Etwas besser ging es mir danach.
Und als sie gegen Mittag mit mir sprach:
"Ach Boss, heut ist ein schöner Tag,
ich wohl mit Ihnen essen mag."

Da war ich hin und stimmte ein.
Geburtstagsessen mit ihr ganz allein.
Ich wusst` seit langem schon genau:
Die Ute ist ne tolle Frau.

Und darum sagte ich ganz ohne Schmäh:
"Das ist eine total bombige Idee."
Wir gingen beschwingt in ein Speiselokal
und gönnten uns ein köstliches Mahl.

Zwei Martini schlossen das Essen ab.
Wir wollten zurück ins Büro, trapp, trapp.
Da sagte die Ute, ich war ziemlich hin.
"Jetzt ins Büro, das hat keinen Sinn.

Wir fahren zu mir in die Wohnung,
da gibt`s eine weit`re Belohnung."
Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte,
ahnte nur, dass sie mich verführen wollte.

Wir tranken noch zwei Martini.
Mich setzte in Aufruhr von Ute der Mini.
Noch ein Zigarettchen, ich saß steif und stumm.
Da sagte sie:" Boss ich zieh` mich mal um."

Sie ging gefasst ins Nebenzimmer.
Was nun kam, ich hatte keinen Schimmer.
Ich dachte mir nur: Gott lass es geschehen.
Meine Ehefrau wird es bestimmt nicht sehen.

Nach fünfzehn Minuten, mir fehlen die Worte,
kam Ute aus dem Schlafzimmer mit einer Torte.
Mit ihr meine Kinder und auch meine Frau.
Die machten daraus eine große Schau.

"Herzlichen Glückwunsch, alles Gute"
sagten die Ehefrau, Kinder und Ute.
Ich saß, ich wirklich armer Mann,
auf der Couch und hatte nur Sochen an.

(nicht autobiografisch)        2012

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