Dieter Fetzer

Der vergessliche, zornige Poet

Ein alter Dichter wurde vergesslich,
das führte dazu, dass er schimpfte grässlich:
O Herr, wo sind nur meine vielen Gedanken hin?
Mir kommt ja überhaupt nichts mehr in Sinn!

Wohin sind meine Phantasien denn geflüchtet?
Wer hat sie standrechtlich nun heimlich hingerichtet?
Ich kann sie nirgends, ja an keinem Ort jetzt finden mehr,
sie fehlen mir so, kann Dir einfach nicht sagen wie sehr!

Ich war schon überall, an jedem Ort gewesen,
doch konnt’ ich nirgends poetische Gedanken finden,
und dabei bin ich sicher sehr, mehr als belesen,
wollt’ meine scharfen Adleraugen mehr als schinden!

Willst Du von heut an immer mir verwehren,
wo doch mein Herz und Sinne sie begehren.
So hab doch Mitleid mit dem armen Dichter
und sei bitte barmherzig, weiser Richter.

Und der Herr sprach zu dem verworrenen Poeten:
Die Zeit des steten Abstiegs ähnlich den Kometen
ist nun gekommen für Dich doch ganz plötzlich,
die Reime von Dir sind nicht unersetzlich!

Drum füge Dich in dieses eine Schicksal,
auch wenn's Dir weiterhin nun wird zur Qual.
Doch der Poet drauf wurde ziemlich zornig, sprach:
Wer bist Du nur, dass Du bereitest mir die Schmach?!

Berufenen Poeten willst Du einfach ignorieren?
Gedanken auch nicht weiter mehr ideenreich verzieren?
Dann suche ich mir einen andern Herrn,
Du kannst mich vorzugsweise haben gern!

TheFeather
 

Ein weiteres Gedicht aus der PoetenreiheDieter Fetzer, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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