Margit Farwig

Sonnenzeichen

 

 

Erschöpft ließ sich die Sonne nieder
hielt sich an diesen dürren Zweigen fest
um nicht auf den noch nassen Asphalt zu stürzen
ganz langsam richtete sie sich auf
glättete ihre verbrauchten Strahlen
und blies ihnen den Schimmer des Goldes ein
das übrig geblieben war von dem langen Sein
auf dieser uralten Erde
die sie unregelmäßig zu ihrem eigenwilligen
Sonnensegel erklärte
ob sie wollte oder nicht
meistens wollte sie ja
aber nur nicht zu heiß werden
hieß es immer von den dort wabernden Massen
hektisch verzahnten Energiebündeln
die selbst keinen einzigen Sonnenstrahl selber
produzieren konnten aber immer etwas zu
bemängeln wussten, immer raus damit
eigentlich unberechtigt in der Weise
wie sie es aus sich heraus schleuderten
so wie sie als Sonne ihre heiße Ware
Glut ins All schleuderte
darin waren sie sich einig
zog sie sich zurück in ihre Glutquelle
war es ihnen auch nicht recht
dann froren sie und beschimpften sie wüst
begegnete sie den Schreihälsen in Form von Wüsten
klappten sie zusammen und machten schlapp
sehnten sich nach tagelangem Regen
lieber im Regen ertrinken als im Hitzestau
vertrocknen
das ewige Schwanken hin und her
ließ sie schon zu Beginn eines Tages
misstrauisch nach oben schauen
als ob der Himmel sich für sie öffnen müsste
ihnen die Mühsal und das vermaledeite
Laufen und Hadern von den Schultern
zu holen
nichts von alledem erschien als
Zeichen

© Margit Farwig  3. 10. 2014

 

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