Hans Eberhard Bertelsen

Die Segel hab ich aufgerollt



Nun hat die Zeit mich eingeholt
Das neue Ziel ist angepeilt
Die Segel hab´ich aufgerollt
Und an dem Mast schon aufgeseilt

Schwer fällt es mir von hier zu gehen
Wo ich Land und Leute kenne
Wer weiß, wann werd´ich wiedersehen
Alle die ich Freunde nenne

Gustav, Karl und Marion
Rudi, Max und auch Christine
Warten auf mich morgen schon
Winkend von der Heimatbühne

Ich zähl´die Stunden bis zum Start
und schlaf den Traum in letzter Nacht
Wo ich Neuland schon gewahrt
Das ich längst mir hab´erdacht

Der Abschied ist ein hartes Los
Herzeklopfen, Tränen fließen
In der Kehle steckt ein Kloß
Die Gemüter sind zerrissen

Auf geht´s in das Ungewisse
Wohin der Weg mir Blumen streut
Von der fremden grünen Wiese
Empfängt mich heimelndes Geläut

Überall in neuen Landen
Seh´ich meinen Ursprung wieder
Niemals kamen sie abhanden
Meine schönen Heimatlieder

Dem Mensch ergeht es wie dem Lachs
Er kehrt zurück, wo er entsprang
Die Heimat ist wie Kerzenwachs
Wo des Ursprungsflamme rang

Eines Tages kehr ich wieder
Wo ich schon als Kind gespielt
Dort laß ich mich für immer nieder
Ob solang die Freundschaft hielt?


Fladungen Rhön 15.02.1998 © © Hans Eberhard Bertelsen | http://www.bertelsen.de/dichtung.html

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