Hans Witteborg

Was denn noch?

Das Nichts, so will es mir erscheinen,
drängt sich in Dichters Fantasie,
der Hang zur Leere war noch nie
so ausgeprägt. Man könnte weinen.

Die Politik ist ausgereizt,
und Wut, die tröpfelt nur dahin.
Auch Jahreszeiten geben nicht viel Sinn,
mit unechtem Gefühl wird nicht gegeizt.

Das Reisen – fremder Welten Schau,
fast jeder hat es selbst erlebt,
selbst der, der an dem Sessel klebt,
sieht Fremd-Kulturen im TV.

Dies alles und noch vieles mehr
ist längst bedichtet, abgehakt.
Nichts was noch heute nachgefragt.
So bleibt des Dichters Füllhorn leer.

Vorbei die Zeit von Himmel, Hölle, Teufel, Tod.
Das spielt in rüder Wirklichkeit sich ab.
Wo ´s einst im Theater brausend Beifall gab,
das liefert Weltgeschehen wie das täglich Brot.

Darum, ihr Dichter, dichtet eure Fenster,
dann tut ihr für die Umwelt was,
das Schreiben schreckt nicht einmal mehr Gespenster.
Ach, würde ich ´s nur befolgen das!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.10.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Buch von Hans Witteborg:

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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