Hans Eberhard Bertelsen

Schauende im Nebel


Schauende im Nebel

Wenn der Tag entflieht
und die Nacht sich niedersenkt
Wenn feucht der Nebel zieht
von unsichtbarer Hand gelenkt
kehrt die Stille ein
Der Räume Wispern
aus den Registern
die naturgetreuen Melodei´n
betört die Schauenden
zum liebestollen Flüstern

Wenn zarte Tropfen
dann sich herniderlassen
schwingt das Herzeklopfen
der sich liebend umfassenden
in der kühlen Nacht
die sie bedeckt
Nur der Uhu neckt
im Dunkeln aufgewacht
verstört die Schauenden
dort oben, wo er sitzt versteckt

Manchen Zaungast äugt
aus einer grünen Loge
Was die Natur gezeugt
umschleicht des Nebels Woge
wahrnehmenden Seins
all die filigranen Schemen
das Ahnen, Hoffen, Sehnen
in des fahlen Mondenscheins
erhöht der Schauenden
die pulsierenden Venen

Im Nebel zeigen
die Elfen ihr Menuett
tanzend im Reigen
Welch himmlisches Balett
so graziös, so weich
herrlich manierlich
fabulös zierlich
frohlockendes Märchenreich
Betörend die Schauenden
so endlos begierlich

Wenn der Wind verweht
die Nacht entschwindet
Der Schauende geht
Die Sonne sich windet
glutvoll am Horizont
Dann grüßt der neue Tag
Der Nebel, der ganz zag
mit Niesel hat belohnt
die nächtigende Flur
Beglückt die Nächsten
nachts im Hag


Fladungen-Weimarschmieden Rhön
Sommer 1996  © Hans Eberhard Bertelsen | http://www.bertelsen.de/dichtung.html

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