Hans Witteborg

Bloß keine Blöße



Als Adam merkte, daß er nackt,
da hatte ihn die Scham gepackt,
bedeckt sich mit ´nem Feigenblatt,
just das, was er gerade hat.
Nicht Scham war es, so denkt man gleich,
der Adam scheute den Vergleich!
Doch weit gefehlt, er war allein,
das konnte nicht Beweggrund sein.
Er wollt´ sich keine Blöße geben
(Verhalten, wie bei Männern eben)
Ein Feigenblatt auch runter fällt,
wenn „unten rum“ sich was aufstellt.
Zudem verwelkt auch so ein Blatt,
weil ´s ein Verfalldatum auch hat.
So setzt das Feigenblatt den Trend
im Modewechsel, wie man ´s kennt.
Ob Ulme, Kirsche, Eiche, Ahorn
„Mann“ war in Sachen Mode vorn,
wenn er sich richtig vorbereitet,
rechtzeitig den Wechsel eingeleitet!
Doch seitdem sieht man mit Erschrecken,
nicht immer läßt sich Blöße decken
und wer sich eine Blöße gibt,
macht sich zuweilen unbeliebt!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.11.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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