Andreas Vierk

Geheimnis des Sterbens


Auf eine Ruine in Berlin-Hohenschönhausen
 
 
Vierstöckig dämmert‘s grau und menschenleer
am Straßenrand und seinen Lichterwellen.
Das Mauerwerk um seine stillen Zellen
flüstert im Schlaf vom Rattensöldnerheer,
 
als schwömme es in Spülicht, Strom und Schnellen
zum Messingrad und Tod am Schleusenwehr.
Hier spielt die Zeit schon keine Rolle mehr,
wie auch in Angkors grausigen Kapellen.
 
Auf seinem Flachdach sterben die Antennen
wie alte Reiherflügel, flugbereit:
sie wollen ihren Tod nicht anerkennen.
 
In fernen Fenstern will der Schlaf verhallen.
Darüber Nacht und Ozean und Zeit:
von Sternenstrudeln mächtige Korallen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.12.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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