Waltraud Schlimm

Siehst Du deinen Bruder (Schwester) dort?

 Siehst Du deinen Bruder dort?
Er sieht anders aus als Du.
Von Zuhause musst’ Er fort,
kommt bittend auf Dich zu.
 
Von schwarzer Farbe seine Haut,
krauses Haar und ohne Schuh.
Leid aus seinen Augen schaut,
tief im Herzen keine Ruh.
 
Er musste fliehen aus dem Land,
wo auch Seine Väter wohnten.
Er dort nicht mehr leben kann,
 Krieg und Hunger Ihn bedrohen.
 
Er reicht Dir bittend seine Hand,
möchte Dir ein Bruder sein.
Wär so gern mit Dir bekannt;
ist hier doch grenzenlos allein.
 
So nimm doch Seine Hand,
drück sie fest und halte Sie.
So zeig Ihm unser Land,
die Schönheit und die Poesie.
 
Schenk Ihm deine Liebe,
denn auch Er ist Gottes Sohn.
Zum Christenfest der Liebe,
so erfährst Du reichen Lohn.
© Waltraud Schlimm, den 19.12.2014
 

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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