Wilhelm Froschmann
Der verhasste Helm
Morgens beim spazieren gehen
Sah ich eine Mutter flehen
Sagt dem Sprössling: „Setz in auf!
Er kann dir das Leben retten!
Auf der Straße starb zu Hauf,
Wer nicht will den Kopf in den Helm betten!“
Mürrisch schiebt der kleine Knabe
sein Fahrrad auf dem Bürgersteig.
Helm baumelt am Lenker, blaue Farbe.
Zum Aufsetzen ist er zu feig.
Was werden die Freunde sagen?
Fährt er rum wie ein Idiot?
Das sind Fragen über Fragen!
Mutter fragt: „Wärst du gern tot?“
Unsicher schaut der Junge drein
Doch dann fällt ihm etwas ein:
„Mutter“, fragt er, „wie ist es mit dir?
Fährst doch du ganz ohne Haube
Erlaubst aber nicht, dass ich mir das erlaube!
Sei doch mir ein Beispiel dafür!“
Nun schaut die Mutter mürrisch drein,
Doch dann fällt ihr etwas ein:
„Junge“, sagt sie, „was ist mit meinen Haaren?
Ich möchte mir das ersparen!
Seh‘ dann aus wie ein Idiot!“
Junge fragt: „Wärst du gern tot?“
Das sind Fragen über Fragen
Und ich muss euch eines sagen:
Solche Fragen gäb es nicht
Gäbe es die Helmpflicht!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.01.2015.
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