Patrick Rabe

Romeos Regenlied

Dein sanftes Kreuz zu lieben, meilenweit verschieden,
war mir nicht möglich, drum hab ich gemieden
dein blondes Haar und deiner Augen Licht,
ging aus dem Weg dir, hielt dein Dunkel nicht.
 
Doch jetzt, im milden, traurig-blinden Regen,
lernte ich sehen, traf dich auf deinen Wegen.
Dein Blick durchdrang mein Seelenweb so warm,
und bald lag ich in deinem weichen Arm.
 
Dein Kuss traf meine Lippen wie ein Sturmwind,
wischt? fort den Dunst, der sich um meinen Turm spinnt,
dank dir seh ich die Sonne wieder klar,
und was die Lüge fraß, wird bei dir wieder wahr.
 
Und meine Hand erkundet dich im Dämmer,
am Lakenhag liebkosen sich zwei Lämmer,
die nicht dem bösen Wolf zum Opfer fiel’n
und miteinander wild-unschuldig spiel’n.
 
Bereitet ist das Land dem neuen Morgen,
ich liege bei dir, liebend und geborgen.
Die Lerche lehrt ihr Lied der Nachtigall,
die Sonne steigt, uns grüßt der Vögel Schall.
 
Vielleicht bin ich kein Held und war es nie;
Ich leb in Träumen und in Poesie,
erschaff aufs neue wieder meine Welt,
weil du es bist, die jetzt mein Dunkel hält.
 
 
 
© by Patrick Rabe
 
Sa, 14. März 2015, 18.oo Uhr, Hamburg.
 

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