Alfred Berssenbrügge

O Frühling

O Frühling, Förderer der Sinne,
der Dichtkunst und des Triebs zur Minne,
Du bist mir gar zu volatil,
versprichst mir was - und hältst nicht viel!
Ich sag es mal mit fremdem Wort,
sonst läufst Du noch beleidigt fort.

Du heißt doch Frühling, nicht April!
Auch jener macht stets was er will.
Mir scheint, ich muss den Mai abwarten
zum Mittagsschlaf in meinem Garten?
Erfreuen würd' mich Stetigkeit.
Das Wechselwetter bin ich leid.

Das junge Volk leidet nicht minder.
Denn kurze Hosen woll'n die Kinder:
"Pullover sind mir viel zu dick.
Ein dünnes T-Shirt fänd' ich schick!"
Und manches träumt vom freien Baden
trotz morgendlicher Nebelschwaden.

"Schon 13 Grad zeigt's Thermometer!
Ich schwitz entsetzlich," stöhnt der Peter.
Die Mutter wehrt: "O nein, mein Kind,
spürst du denn nicht den kalten Wind?"
- Voll Trotz sucht Peters Kopf die Sonne,
ein kühler Luftzug trübt die Wonne -

O Frühling, jetzt musst Du was machen!
Jetzt lass es doch mal richtig krachen!
Konstante Wärme wäre fein;
dann fällt dem Dichter auch was ein.
Noch gestern war es bitterkalt,
gefroren hab ich.
Bin ich alt?

Mein Gedicht erscheint hier mit kleiner Korrektur, nachdem es bereits am 22. März 2015 in der "Münsterländischen Tageszeitung" erstmalig veröffentlicht worden ist. Alfred Berssenbrügge, Anmerkung zum Gedicht

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