NACHGEBURT



(Hommage an Franz V.)

Gehasste Liebe Den Nachgeburten
Verbrannt und weggeworfen in den Müll
den Tieren dort im Zoo zum Fraße hingeworfen
und um so sehr vermisst es fehlt
ein Teil von mir das ich’s vermiss
vom Leben nur ein Teil vom Tod
und doch so jäh entrissen wie ich
dem Mutterleib mit einer Spachtel ausgekratzt

wohin bist du gegangen in der Frühe
Bruder oder soll ich sagen Schwester
hätt man zumindest dich mir eingepackt und beigegeben
und legte dann in Windeln fein
zu Hause dich in einen Reliquienschrein
so wie die Kirche es tat ein Leben lang
so schön auf einer schönen Bank
und auch ein Teil der Nabelschnur dabei
sollt nicht als Schlange weiterleben
um mir zu zeigen manchen Weg
An mancher Gabel angekommen wusste nicht wohin

Ihr sollt mich führen habt mir gefehlt
und bleibt mir lebenslang so groß
gehasste Liebe den Nachgeburten
verbrannt und weggeworfen in den Müll
und dann zum Himmel aufgestiegen
oder geradewegs in die Höll wohin ich folg

Ach, hätt ich euch doch hier bei mir
in mancher schweren Stunde Hilf
so könnte ich die falschen Wege mir ersparen
und hätt noch Zeit zum Beten
zum Lernen und zum Klagen von dies und das

Aber muss es nehmen wie es ist
den anderen will’s auch nit besser gehen
das Leben treibt sie so dahin
und können auch den Halt nicht finden

Es hilft wohl hier sehr wenig
wenn ich zeige wie ich leide
so bittre Qualen mich hier in Gedanken treiben
und all der weil den Lustigen spiele
der stets vergnügt dem nichts zu viel
wenn andere ebenso lustig und vergnügt
Anderen in die Tasche greifen
und haben dazu auch noch ihren Spaß
und sie sind auch doch nur ein Stück von denen
tragen sie denn nicht wie ich
gehasste Liebe den Nachgeburten
verbrannt und weggeworfen in den Müll

Auch ich hab einst gefeiert TRALALA
getanzt gesungen auf den Tischen
als ich die Nacht zum Tag gemacht
hab nicht gefragt ob du mir fehlst
vielleicht warst du auch nah dabei
hast selbst in manchem Bett gelegen
und konntest mir selber sagen
was gut und richtig sei

Doch wie war es damals aus dem Mutterleib
als wir so jäh getrennt
Es hat halt nicht sollen sein
und trotzdem grüß ich dich im nachhinein
so mach es gut man sieht sich sicher wieder
so dann wenn das Fleisch zum Fleische kommt







Aachen, 2004-04-15





****************************** Autoreninfo ***************************
Manfred H. Freude geb. am 02.04.1948 in Aachen

Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Trauer & Verzweiflung, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle


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© 2004 MANFRED H. FREUDE


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Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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