Sven Eisenberger

Froschprinzessin (2002)

Froschprinzessin (Übersetzung eines Songs von „Divine Comedy“)
 
Da gab´s mal eine Frau, die meine Froschprinzessin war.
Ich denk, ich stell´ es besser gleich am Anfang klar,
dass durch ihr Kleid, durchsichtig zwar, ich doch nichts sah,
bis sie mir flüsterte gar süß ins Ohr, ganz nah:

„Deine Liebe ist nicht wirklich, nicht real,
doch was soll´s, mir ist das ganz egal,
denn ich liebe keinen, nicht mal einen.
Zu mir oder dir: Wo woll´n wir uns vereinen?“

Ich kannte mal ´ne Frau, totaler Nervenstress!
Hätt´ sie schon lang verlassen sollen. Doch, nein,
nicht ich, denn ich musst´ wissen, ob unter ihrem Dress
tatsächlich lag verborgen ein kaltes Herz aus Stein.
 
„Deine Liebe ist nicht wirklich, nicht real,
doch was soll´s, mir ist das ganz egal,
denn ich liebe keinen, nicht mal einen.
Zu mir oder dir: Wo woll´n wir uns vereinen?“

Einmal traf ich sie, die wurde meine Froschprinzessin.
Ja, jetzt bereu´ ich´s wohl, doch wie sollt´ ich wissen,
daß schon beim ersten Küssen, dem Lippenrendezvous,
mein Frosch sich würd´ verwandeln in, oh Schreck, ´ne Kuh.

Nun bin ich sie zwar los, muss jedoch gestehen,
ich denk´ noch oft an, was hätte können geschehen,
und glaube fast sie dort zu sehen, ach wär´ das geil,
sie würd´ da oben stehen, und hungrig blitzt das Beil.

„Du liebst mich gar nicht und es tut nicht weh,
denn, Baby, ich liebe keinen und das ist ok.
Ich durchschaue all die dummen Liebeslügen.
Zu mir, zu dir? Die Frage lass´ ich mal hier liegen.
 

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