Wally Schmidt

Die Nächte mit dir

 

 

Du bist heute leider nicht mehr hier,

ich denk' an die Nächte hier mit dir.

Ich hätte vorher nicht gedacht,

dass es mir so viel' Probleme macht.

Schon viele Jahre kommst du her

und niemals war's wie jetzt so schwer.

 

Du bist müde, legst dich hin,

ein Tag, an dem ich glücklich bin.

Ein Kerzchen lass' ich für dich brennen,

damit kannst du besser pennen.

Das Bett ist schön zurecht gemacht,

und ich sage dir dann Gute Nacht.

Die Türe bleibt ein wenig offen,

und wieder lässt es mich dann hoffen,

dass du ruhig liegst im Schlummer,

doch leider geht sie ab, die Nummer.

 

Kaum, dass ich dann im Bette bin,

setzt du dich schon wieder hin.

Den Schlafanzug, den ziehst du aus

suchst Kleider dann im Zimmer raus.

Die ziehst du an und auch die Schuhe,

vorbei ist's dann mit Mutters Ruhe.

Mit deiner Puppe, Harry Potter,

hälst du Reden, immer flotter.

Ich gehe dann zu dir ins Zimmer,

an Schlaf zu denken, das geht nimmer.

Zieh' wieder dir die Kleider aus,

und hol' den Schlafanzug heraus.

Den ziehen wir noch einmal an,

und ich sage dir, wie vorher, dann:

Du musst schön schlafen, leg' dich hin!“

 

Doch kaum bin ich im Bette drin,

hör' ich dich herumspazieren,

so zwischen Bett und hinter Türen.

So geht das weiter jede Nacht,

ich liege dann und halte Wacht.

Bis irgendwann so gegen Morgen

es hat ein End' mit dem Versorgen.

Das Kerlchen schläft 'ne kleine Runde,

bis der Hahn dann kräht zur frühen Stunde.

 

Ich glaub, er sehnt sich sehr nach Haus,

da kennt er sich auch besser aus.

Es ist das erste Mal in diesem Jahr,

dass es so ist, wie's diesmal war.

Die ganzen Jahr', die er verbracht

bei uns im Haus so manche Nacht,

da sind Probleme nie gewesen,

geändert hat sich halt sein Wesen.

Auch wenn wir alle sind entsetzt,

die Demenz hat bei ihm jetzt eingesetzt.

Wir müssen damit fertig werden,

so ist es leider hier auf Erden.

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Wally Schmidt).
Der Beitrag wurde von Wally Schmidt auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.08.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Erlebtes gefühlt - der erste Schritt - von Ulf Schreiberfreundchen



Was passiert, wenn der Kopf über Herz und Bauch dominiert?
Und wenn dann noch eine Person in unser Leben tritt, die diese festgefügte Hierarchie in uns durcheinander bringt?

"Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt" sagt ein chinesisches Sprichwort.
Ulf Schreiberfreundchen möchte den Leser seines Buches mit auf seine ganz persönliche Reise nehmen. Die Gedichte, Kurzgeschichten und Dialoge beschreiben die manchmal sehr emotionalen Fragen von Ulf Schreiberfreundchen auf der Suche nach seiner neuen Welt. Der Weg dorthin geht über Zweifel, Verlangen, Neugier, kritische Beobachtungen und das Zulassen sowie Leben von Gefühlen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (5)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Vergänglichkeit" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Wally Schmidt

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Wer blickt da noch durch? von Wally Schmidt (Gesellschaftskritisches)
Eiszeit von Gisela Segieth (Vergänglichkeit)
Waffenwahn von Franz Bischoff (Aktuelles)