Hans Witteborg

Los lassen



So leuchtend rot und golgden-gelb das Laub,
dem bitt´ren Welken nah und matt.
selbst kleinster Windhauch löset Blatt für Blatt
und zwingt es unerbittlich in den Staub.

Nur leises Wispern – hörbar kaum,
wenn nach und nach die bunte Pracht entschwindet,
die Krone sich vor traurigem Entsetzen windet
und nackt entblößt sich fühlt der Baum.

Die letzte Schönheit brachte er dem Herbst entgegen
als wollte er ihm trotzig stolz begegnen.
Der Herbst läßt ungerührt und kalt die Blätter regnen
doch freudlos, der Naturgesetze wegen!

Wie alles, was geschieht, folgt er dem höheren Plan.
Uns fällt es schwer das mit Vernunft zu fassen
allein die Sterblichkeit lehrt uns am Ende loszulassen.
Wir trauern darum – doch ist ´s wohlgetan!
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.10.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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