Bernhard Pappe

Das Meer der 100.000 Gedichte


Ich suchte es nicht, ich fand es,
das Meer der 100.000 Gedichte.
Ein Boot am Strand, ich fuhr hinaus.
Die Oberfläche in Aufruhr,
die Tiefe nicht ergründbar.
Stille und Sturm durchlebte ich,
doch war keine Angst in meinem Boot.
 
Ich kehrte zurück zu den Ufern, irgendwann,
das Boot für eine Fahrt lag noch da.
Wieder fuhr ich hinaus,
wieder erlebte ich Stille und Sturm.
Ich zog das Boot an den Strand,
an der Seite ein Schriftzug, den ich übersah:
„So viele Worte. Willst du sie nicht schreiben?“
 
Wieder brachte mich das Boot hinaus,
doch meine Hände waren nicht leer.
Ein Gedicht lag darin, um es zu übergeben
diesem Meer der 100.000 Gedichte.
Sanft setzte ich es in die Wellen,
es nahm Fahrt auf und entschwand.
Wie würde es ihm ergehen?
 
Wie lange würde es oben bleiben,
wann würde es sinken in die Tiefe?
Wann würde es zum Sediment dieses Meeres?
Gepresst zu festem  Boden auf dem das Meer ruht.
Immer mehr Gedichte fließen da hinein.
Steigt der Meeresspiegel oder sinkt ab der Boden?
Ich vermag es nicht zu sagen.
 
Das Boot liegt immer für mich bereit,
ich mag mit leeren Händen kommen oder mit vollen.
Sturm und Stille warten, wenn ich es will.
Vielleicht reicht es manchmal, am Strand zu bleiben.
Die Wellen reichen bis zu meinen Gedanken,
sie nehmen sich ein Stückchen des Strandes.
Ein leichter Windhauch, ein kleines Gedicht segelt davon.

© BPa / 12-2013
 
 

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