Patrick Rabe

Prop

Schatzi, was machst du mit mir?
Ich bin eine gestanzte Persönlichkeit.
Gestanzt und geschanzenviertelt
mit Scheinwerfern bis zum Ende des Tunnels.
Ich versteigere die Essohäuser
im Naabtalduo zum Preis von Weihrauch,
im November verspür ich einen Maihauch
an meinem Ohr von dieser schönen Telefonzelle
mit transsexuellen Aufladegeräten.
Und junge Girls fahren Rollerblades
durch leere Parkhäuser
und hören Prop.
 
Jeder hat 'ne eigene Stadt
und ich hab sogar zwei,
Second Life braucht einen doppelten Boden.
Wieviele Leben wollt ihr noch simultan leben,
wie oft soll es euch noch geben
in diesem Abbild von Welt?
Weh! Weh! Weh!
De Eh. Komm!
Und junge, geile Girls rasieren sich mit Blades
und poppen zu Prop.
 
Nass ist viel besser als trocken.
Komm, wir verlegen den Hamburger Hafen
auf den Berliner Flugplatz
und feiern Olympische Spiele
in den Eiern von Olaf Stolz.
Ole von Beuys kreierte eine Fettecke.
Ist das Kunst oder kann das weg?
Lass uns noch ein Parkhaus bauen
auf einem geilen, rasierten Girl
wie Joni Mitchell
und uns abhauen in einem großen, gelben Taxi,
während uns Agitpop proppt.
 
Komm, wir gehen in die linke Szene
und werden richtige Kommunisten,
rot wie deine Augen so blau,
kein Kennungzeichen bei XY Ungelöst,
wer baadert das aus?
Was würde Gudrun Ensslin dazu sagen,
zu unserem ganzen Lebensstil?
You're artificial,
und deswegen kannst du auch zur Hölle fahren,
ein Ort, so künstlich wie Wolfgang Joops Gesicht.
Nassrasiert taumeln wir durch Parks
-a step in the dark-
geben uns girlielike mit Bladerunnern die Repli-Kante
und eiern durch die Pappbaumlandschaft,
die Props, die Helmut Kohl hier stehen ließ:
ein künstliches Berlin
und ein falsches Brandenburger Tor.
 



© by Patrick Rabe

Mo, 16. November 2015, Hamburg.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.11.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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