Hans Witteborg

Zeitverschwendung


Für Winterruh´ wurden zur Last
die Blätter, die an jedem Ast
des Gingko Baumes abgeworfen.
Nur drei waren noch nicht betroffen.

Sie wedeln im Novemberwind,
weil sie so widerspenstig sind.
Hab` Namen jedem ich gegeben
zu sehen welche am längsten „leben“
und sich dermaßen festgekrallt,
daß es nicht weicht Naturgewalt.

Doch „Gelbsucht“, „Goldrausch“ und auch „Jaune“*
die klammerten seit Stunden schon
sich an den Zweig. Mir wird bewußt,
sie zu betrachten bringt nur Frust.


Die Zeit, die ich darauf verschwendet
hätt´ besser anders ich verwendet
und folglich komm ich zu dem Schluß,
daß ich das Schauen beenden muß.

Das Warten darauf, daß wer fällt
in Konsequenz den Satz enthält:
Wart´ nicht auf Jemands Untergang,
dann wird dir auch die Zeit nicht lang!

* sprich joon
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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