Carmen Siebke
Eiskaltes Abendland
Drei Weise flieh´n vorm Feuerwerk im Morgenland,
Nicht Gold, nicht Myrrhe, Weihrauch, Alles ist verbrannt!
eh` Hilfeschreie in eiskalter Flut versinken.
Und an Europas Ufern Flehende ertrinken,
auf wunden Sohlen, um der Menschheit Schuld zu büßen.
Heulendes Elend, karg bekleidet. Ohne Schuhe
durch Dornenwald, hoffend auf endlich etwas Ruhe.
Im hellen Lichterglanz geschmückter Tannenbäume
erfüllen wir uns bunt - pompöse Glitzerträume.
Rülpsend vorm Gabentisch, mit satten, vollen Bäuchen
huldigen wir am Kamin christlichen Weihnachtsbräuchen.
Glorias Klang tönt warm im hellen Glanz der Sterne
zum Lobgesang; "Kinderlein kommet alle, gerne!"
Und vor mit Kränzen nett verzierten Eingangstüren
Leute zu Hauf` in eisigen Nachtstürmen frieren.
Herrnhuter Sterne heucheln rot an Kirchentoren;
"Euch ist ein Christuskindlein heut´ geboren!"
Steinernes Herz, verkleidet nur im Heilsgewand.
Entsetzlich kalt geworden ist´s im Abendland!
© Carmen S.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.12.2015.
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