Jürgen Wagner

Das Geräusch der Grille

 

Ein Weißer und ein Indianer
gehen durch die große Stadt
Dieser hält ganz plötzlich an
Der Weiße denkt: 'Was der nur hat?'

Oh, eine Grille ist am Zirpen
hinter jenem kleinen Strauch
Die Passanten laufen weiter
und man selber würd' es auch

Der Indianer lauscht den Tönen
Nur hatte keiner was gehört
'Haben wir so schlechte Ohren?'
fragt der Weiße ganz empört

'Du irrst, es liegt an and'ren Dingen',
schau, ich hab hier 50 Cent
Ich werfe sie mal auf die Strasse,
 unbemerkt und ganz dezent

Ui, was für ein helles Klimpern
tönt da so verheißungsvoll?
Ein jeder wollt' sich dahin bücken:
 Geld zu finden wär' doch toll!

Wir hören meist, was wir schon kennen,
 sehen das, was uns vertraut
Ganz selten sind wir dafür offen
was die Gewohnheit uns geraubt




Im Anschluss an eine Geschichte von Frederic Hetmann

 

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Heut' ist der Tag und jetzt ist die Zeit!: Gedichte und Aphorismen für eine bewahrte Zukunft von Jürgen Wagner



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