Inge Hoppe-Grabinger

Adam und Eva am Flußufer



Sie machten an einem Flußufer Rast
nach ihrer Vertreibung aus Eden,
sie trugen eine Sündenlast
und konnten darüber nicht reden.

Da erschien am Ufer,  in schöner Gestalt, 
der böse Engel der Rache,
er lächelte über Adams Einfalt
und nahm sich an der Sache.

Er zauberte schöne Frauen herbei
am Ufer des Flusses am Abend,
und Adam durchschaut' nicht die Zauberei,
sich wohl am Anblick labend.

Er zauberte schöne Männer herbei,
die spielten mit den Frauen,
und Adam blieb es nicht einerlei,
er sah's mit Lust und mit Grauen.

Was Eva sah, wird nicht erzählt.
Schlief sie am Fluss im Sande?
Ob sie ein Traum vielleicht gequält?
Als säh sie selbst sich im Brande?

Und Adam war so sehr verwirrt,
er wollte Falsches nicht glauben,
drum bat er Gott,  ganz unbeirrt,
er sollt ihm was erlauben.

Gott dachte dran, dass irgendwie
die Menschheit müsst entstehen,
drum hörte er, weil er verzieh,
des Adams Bitt und Flehen.

Nach vierzig Nächten im Gebet
und auch nach vierzig Tagen,
da durften sie, wie herbeigefleht,
der Liebe Anfang wagen.

2. Februar 2o16

Quelle:  Ranke-Graves:  Hebräische Mythologie (l986) rororo, S. 111; erzählt nach einem apokryphen Adambuch, über
setzt aus dem Äthiopischen von A. Dillmann, Göttingen l853.


 

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