Horst Fleitmann
Ritterlicher Spuk
Man hat von Rittern viel gelesen,
von ihrem hehren, edlen Wesen,
gut waren sie zu Angetrauten,
denen sie unbedingt vertrauten.
Die Burgfrau, musste Reinemachen,
auch Kettenhemden gründlich waschen,
und selbst im Winter, wenn's sehr frostig
glatt bügeln selbige, auch rostig.
Sie hatten's schwer, die Ritterdamen,
nie jedoch sah man sie erlahmen,
denn Rüstung ölen, Helme putzen,
damit der Anzug war zu nutzen,
das tat die Burgfrau sehr behände
vorm Kampf und auch nach dessen Ende.
War dann durch manche spitzen Lanzen
zerbeult und auch zerkratzt im Ganzen,
oder ein Loch in seinem Harnisch,
mochte ein Ritter das so gar nich.
Dann hatten Burgleut' nichts zu lachen
Sie mussten's wieder heile machen.
Denn nur wenn Rüstungen gut klingeln
war'n Feinde herrlich zu umzingeln.
Gemetzel bis zum Dunkelwerden,
dann ab zur Burg auf müden Pferden.
Für manchen Knappen dieser Ritter
wars Leben leider kurz und bitter,
denn grad zurück, warf mit Bedauern
den Kerl der Ritter von den Mauern.
Wenn Knappen bei den Burgfrau'n fensterln,
müssen sie nach dem Fall gespensterln.
Auch Ritter, vornehmlich die alten,
erscheinen dort als Lichtgestalten.
So manche Burg in unsrem Land,
ist drum als Spukschloss wohl bekannt.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.03.2016.
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