August Sonnenfisch

Duett oder Dyade?


 

Duett oder Dyade?

DUETT

Wenn ich doppelt da bin:
ganz bei mir und ganz bei dir ...
Wenn du doppelt da bist:
ganz bei dir und ganz bei mir ...

... dann sind wir zweierlei Reben
am Weinstock
des Lebens.
Zweierlei Reben,
verbunden miteinander auf den Schwingen
der Empathie:
Ich zugleich mit mir
wie mit dir.
Du zugleich mit dir
wie mit mir!

*

 
DYADE

Doch
schlingen und verschlingen
wir einander:
dann verlieren wir, verlieren wir dieses
Hier und Dort ...
dann ist's
geschehen um uns:
geschehen um mich ... geschehen um dich.

Dann bist du nicht
mehr du,
dann bin ich nicht
mehr ich:
Blind und taub für uns selber
wie für das Du.
Ohne Empfinden und Bewusstsein
für uns selber wie
für das Du.
Voller Schmerz - der betäubt!
 
Wir minimieren:
wir minimieren uns selbst zur kindlich
symbiotischen
Dyade,
sobald wir einander
kolonialisieren,
schlingen
und verschlingen!

*


INDIVIDUATION

Seien wir lieber ein Falke:
Stürzen wir uns aus
unseren Nestern:
breiten wir unsere Schwingen,
denn wir sind flügge!
Erkühnen wir uns
zu dem göttlichen Seinsgrund
in uns selbst!

Seien wir lieber ein Lindennüsschen
an seinem Segel
im Gezweig der Linden:
Lösen wir uns
und wirbeln wir unsere Pirouetten
durch die Lüfte:
stürzen wir uns
in die Abgründe des Seins!

Fühlen wir unsere eigenen Gefühle!
Denken wir eigene Gedanken!
Äußern wir uns als die,
die wir sind!
Vollbringen wir unsere
eigenen Taten!

Du bist du,
ich bin ich -
der Symbiosekindheit längstens
entwachsen:
Längst schon
Monsieur und Madame,
Madame und Monsieur.







(c) August Sonnenfisch, 13. 12. 2015 ff

Politisch erwünscht sind wir als Symbiotiker
und Symbiotikerinnen,
die wähnen, sie seien frei und individuell.
Trotz eines anachronischen Acht-Stunden-Tags im Stress.
Vorgeblich in "Freiheit und Würde".

Repräsentative Demokratie eben
ohne thematische Befragungen des Volkes.

Und unsere Kanzler/innen in Symbiose mit
Ökonomie und Kapital.

 


 

 

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